Warum es gut ist das es die "DDR" nicht mehr gibt

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Bernd
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Warum es gut ist das es die "DDR" nicht mehr gibt

Ungelesener Beitragvon Bernd » 27.10.04 19:00

Hallo,
heute habe ich mit einigen diskutiert die die DDR wiederhaben wollen,
sie argumentieren da gab es keine Arbeitslosigkeit auch wenn wir nichts
hatten, lebten wir doch ruhiger.
Jetzt nach dem Wegfall der Sowjetunion oder Jugoslawien, herrscht
im Kosovo das Chaos, alles bekriegt sich, vorher standen sie unter
der Knute.
Ich finde das es trotz allem keine Argumente sind, sie überzeugen
nicht mal , ganz zu schweigen von Beweisen.

Die "DDR" war ein abgeschlossenes Kinderzimmer und dann wurde das Zimmer aufgeschlossen wir wurden Erwachsen,mündig.

Unter den Roten standen alle unter der Knute wurden von einer Diktatur
geknebelt.
Was jetzt überall passiert ist schlimm und wäre bestimmt oft zu
verhindern gewesen.
Ich fand die "DDR" Hassenswert und bin froh das es sie nicht mehr gibt.
Was meint Ihr?
Zuletzt geändert von Bernd am 27.10.04 19:51, insgesamt 1-mal geändert.
Der kürzeste Weg zwischen den Menschen ist ein lächeln .

Gast

Ungelesener Beitragvon Gast » 27.10.04 19:25

Hallo,

es gibt viele Bürger im Osten die sich die DDR herbeiwünschen. Vor einen Jahr genau zu dieser Zeit hatten die DDR-Shows im Fernsehen Hochkonjunktur. Etwas zynisch wie ich bin dachte ich mir: "Bald werden die eine NS-Show machen." Dies sollte man nicht als absurd hinstellen, weil die DDR wie das 3. Reich eine gefährliche Diktatur war. Gut, es gab auch die schönen Seiten in der DDR und auch im 3. Reich und das sollten wir nicht vergessen. Die Zeiten waren für die Menschen solange gut soweit sie dem Staat folgten.

Aus einigen Erzählungen höre ich auch immer das bereits einige Jahre nach 1945 manche Bürger in der BRD sich einen "Führer" wünschten. Vor einigen Monaten wurde eine Umfrage unter den Irakern gestartet. Das Ergebnis war das sich die Mehrheit der Iraker einen "starken Mann" wünschten.

Menschen sehen sich nach alten Diktaturen zurück, weil es ihnen in der freien Welt nicht gut geht.

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TinaAngel
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Ungelesener Beitragvon TinaAngel » 27.10.04 23:04

Es gibt auch genug Menschen, die sich die Nazizeit wieder zurückwünschen. Der Mensch sucht seine Sicherheit vor allem im Außen, statt im Inneren bei sich. Ich denke durch aufreißen der Mauer sind die Menschen freier geworden, wollen sich aber lieber irgendwo dran festhalten an irgendwelchen Systemen.
Ich kann das zwar verstehen, aber warum einen Rückschritt in die Entwicklung tun. Ich würde nichts für meine Freiheit eintauschen, auch kein Geld der Welt. Ich lebte ja nun lange von der Sozialhilfe und bald vom Arbeitslosengeld II, aber ich fühle mich damit besser und wohler. Ich werde schon nicht verhungern, erfrieren oder mein Dach über dem Kopf verlieren. Mein Ex verdient wirklich sehr gut, aber ich habe auf Unterhalt verzichtet seit unserer Scheidung.
Alles Liebe
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Martina



Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung.

chrys
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Ungelesener Beitragvon chrys » 27.10.04 23:35

warum es gut ist???

da habe ich eine ganz einfache antwort,weil wir nun mal ein land sind:

mit einem norden,einem westen,einem süden und .....eben diesem osten,
ich selbst bin in der alten ostzone geboren,wir als familie sind damals 1954 noch relativ frei einfach weggezogen(mein stiefvater mußte flüchten),und ich fand diese schrecklich unmenschliche mauer ,die dann später kam,einfach nur entsetzlich!
als junges mädchen habe ich dort einen kranz niederlegen wollen,(für den ersten mauertoten fechner)ich bin weinend weggelaufen,weil ich es nicht ertagen habe!die entwicklung ende der achtziger habe ich gebannt verfolgt,und als die mauer fiel,war ich sehr froh! :D
die menschen dort haben mich enorm gerührt mit ihrer tapferkeit und ihrem starken willen,und daß heute offensichtlich wieder einige die alten zeiten zurückhaben wollen,finde ich einfach nur dumm und unreif!
über das "wie" damals brauchen wir nicht zu diskutieren,das war haarsträubend,und daß die dort noch lebenden menschen NICHT zufrieden sein können,außer denen,die sich ÜBERALL reich rechnen,ist auch klar,aber die DDR zurück???

was ist das für ein großer dummer schwachsinn!!! :x

so schnell können menschen offensichtlich vergessen........ :oops:

gruß
AJAX :x

Sir-ver

Ungelesener Beitragvon Sir-ver » 28.10.04 02:51

Vielleicht ist dieser Link bei einem von euch auch von Interesse:

http://www.ostalgie-nein-danke.de

Find die Site ganz gut.

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D.Lynch
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Ungelesener Beitragvon D.Lynch » 28.10.04 04:59

Seid Ihr Euch sicher, ob sie die DDR wieder haben wollen oder doch eher den Sozialismus?
Ist ja nicht unbedingt das gleiche.
Dafür, daß die Menschen jetzt allmählich erkennen, daß das Leben im Kapiutalismus grottenschlecht sein kann, habe ich durchaus Verständnis. Das sie den Sozialismus als Alternative dazu anerkennen, finde ich auch gut. Ist halt `ne Frage der Präderenzen. Soviel mehr Reisefreiheit wie früher werden die Menschen, die von Hartz IV leben müssen auch nicht haben.

Night-Talker

Re: Warum es gut ist das es die "DDR" nicht mehr g

Ungelesener Beitragvon Night-Talker » 29.10.04 17:58

Bernd hat geschrieben:Die "DDR" war ein abgeschlossenes Kinderzimmer und dann wurde das Zimmer aufgeschlossen wir wurden Erwachsen,mündig.


bernd, mein Lieber... Erwachsen und mündig wart ihr sicher vorher auch schon. Also vor dem Aufschluß des "Kinderzimmers". Ich verstehe aber deinen Gedankengang sehr gut, denke ich. Es wurde euch nicht mehr vorgegeben, was ihr zu wählen habt etc...

Es war sicher aus der Sicht eines "Wessis" nicht alles schlecht bei euch drüben, so wie auch nicht alles gut war und ist hier im "goldenen" Westen. :wink:

Und da gehe ich mit D.Lynch absolut konform wenn er sagt, Die "Ossis" wollen nicht die Mauer, sondern den Sozialismus zurück. Dieses kleine Gefühl der persönlichen Sicherheit, das ja dort -wie ich mitbekommen habe- durchaus gegeben war.

D.Lynch hat geschrieben:Soviel mehr Reisefreiheit wie früher werden die Menschen, die von Hartz IV leben müssen auch nicht haben.


Das stimmt. Gefangen in einem offenen Käfig. So nenne ich das.

Bernd
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Ungelesener Beitragvon Bernd » 29.10.04 18:25

Hallo night Talker ich hätte das Erwachsen werden in
Anführungsstriche setzen können.
Aber ihr habt ja verstanden wie ichs meine.

Ich bin damals mit auf die Straße und habe gejubelt als
aus dem "Wir sind das Volk", `90 " Wir sind ein Volk" wurde.
Jetzt ertappe ich mich manchmal bei dem Gedanken,
was wäre wenn die DDR Souverän geblieben wäre und wir
absolut gute Nachbarn.

Ich habe jahrelang von der Einheit geträumt und wer sagt das war vorauszusehen, der spinnt!!!

Im Moment bin ich sehr enttäuscht und es scheint, die andere
Weltmacht, die Roten sind weg und jetzt muß keinem mehr
gezeigt werden wie Golden der Westen war.

Jetzt wird darüber geredet das Lebensarbeitsalter zu
erhöhen, die Wochenarbeitszeit auch und keine Rede
ist mehr von der 35 h Woche, von einer hohen Rente u.v.a.
Zuletzt geändert von Bernd am 29.10.04 19:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Night-Talker

Ungelesener Beitragvon Night-Talker » 29.10.04 18:57

Da gebe ich dir Recht, Bernd. Wer hätte damals zur Maueröffnung schon gedacht, dass sich der "Westen" mal so entwickeln würde...?!? :roll: Da freut man sich wie in deinem Fall auf die neu gewonnene Freiheit im weitesten Sinne und kam vom Regen in die Traufe, wenn mans mal ganz abgedreht sieht.

chrys
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Ungelesener Beitragvon chrys » 29.10.04 23:32

ja,das kann ich auch gut nachempfinden so,und meine kritik an dem "wie"ist immer ganz laut gewesen!

aber,andererseits denke ich auch,daß es noch viel mehr zeit braucht,bis dieses land wirklich eins sein kann,dazu kostet die wiedervereinigung immer noch viel zu viel geld,daher kommen ja auch die vorbehalte "hier",und im osten das gefühl,bittsteller zu sein!

weiter kann ich nicht darüber nachdenken,denn für mich war immer klar,dieses land braucht doch auch einen "osten",es ist doch EIN LAND!
ziemlich emotional,ich weiß,aber hier stehe ich und kann nicht anders!

gruß
AJAX :D

Bernd
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Ungelesener Beitragvon Bernd » 30.10.04 02:30

Hallo Ajax,
nur "unsere" führenden Politiker haben das vergessen und
behandeln alle unterschiedlich.
Z.Bp. Hartz 4 in Berlin wird anders als im Osten gezahlt.

Es scheint wichtig zu sein , das wir das Volk uns einig sind,
die da oben interessieren wir nicht.

Wir sind das Volk-Wir sind ein Volk
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D.Lynch
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Ungelesener Beitragvon D.Lynch » 30.10.04 05:35

Noch einmal Brecht:
"Wer Volk statt Bevölkerung sagt, lügt".
Den Satz habe ich mir irgendwie gemerkt, er ist so wahr.
Zu der Bevölkerung eines Staates gehören alle Menschen, die in den terretorielen Gebiet dieses Staates gehören.
Volk imaginiert eine Einheit, die durch nichts zu fassen ist, und Diktatoren von rechts haben das gerne ausgenutzt.

Bernd
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Ungelesener Beitragvon Bernd » 30.10.04 09:48

Hallo D.Lynch,
dann lüge ich eben mit dem Volk,
das "wir sind das Volk" haben schon Menschenmassen gesagt,
da ist mir egal was ein Brecht sagt, dann lüge ich eben :wink:.

Brecht hat andere Wahrheiten gesagt z.Bp.

" die Regierung hat das Vertrauen zum Volk verloren,
also muß die Regierung das Volk abwählen und sich ein Neues suchen".
Sinngemäß wiedergegeben.
In dem Zitat von Brecht kommt ,DLynch :wink: " zweimal das Wort Volk vor!!

Sicher ist interessant in welchem Zusammenhang er deine
( die du erwähnt hast) Worte vom Volk gebraucht hat
Zuletzt geändert von Bernd am 31.10.04 01:15, insgesamt 2-mal geändert.
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FelisSilvestris

Ungelesener Beitragvon FelisSilvestris » 30.10.04 20:16

Also ich bin froh, dass am Reichstag kein "Der Deutschen Bevölkerung" prangt.. Hört sich für mich nach einem Zeichen jener verzweifelt-peniblen politischen Korrektheit an, die einfach nur hohl ist..

Einige schreiben, dass sich Menschen Sicherheit wünschen. Verhungern muss in Deutschland jetzt auch keiner - und der durchschnittliche Lebensstandard in Ostdeutschland dürfte DEUTLICH gestiegen sein, im Vergleich zur DDR Zeit.
Ich glaube vielmehr, dass Menschen Angst vor Verantwortung haben, sie wollen, dass Ihnen die Entscheidungen abgenommen werden - so kann man dann auch noch besser auf "die da oben" schimpfen, wenn's nicht passt. Angst vor Verantwortung oder die Unfähigkeit, selber eine Entscheidung zu treffen.

Bernd
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Ungelesener Beitragvon Bernd » 30.10.04 21:26

@Felis Silvestris,
du erzählst einen Dummfug, den Menschen vorzuwerfen das sie
keine Verantwortung warnehmen wollen---hohl!!!

Bloß gut das Ernst Reuter 1948 eine Rede vor dem Berliner Reichstag
gehalten hat,." Ihr Bevölkerten der Welt,.Ihr Bevölkerten der Welt".
Und das bei Leipzig das Bevölkerungsdenkmal steht :wink: .

Übrigens das niemand in Deutschland verhungern muß, habe ich auch
schon und viele andere bemerkt. Darum geht es auch gar nicht!!!

"Deutschland wird am Hindukusch" verteidigt, wie unser
Verteidigungsminister sagt, in diesem Sinne " Deutschland
ist nicht Äthiopien".

es grüßt einer der Bevölkerung der bald
möglicherweise Bevölkerungswandernde
Dnreb grüßt
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