Ich hab das Warten so satt

Habt ihr etwas über Euch und euer Umfeld zu erzählen, Probleme oder Kummer? Schreibt es hier rein.
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malve
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Ich hab das Warten so satt

Ungelesener Beitragvon malve » 10.08.12 21:57

Hallo in die Weite,

ich weiß nicht wie ich das ganz Chaos-Knäul verständlich entwirren kann, aber ich fange einfach mal in der Mitte an.

Ich arbeite seit 3 Jahren bei einem kirchlichem Träger in der Familienhilfe. Der Job ist sehr fordernt und ich hab oft das Gefühl: ich kann nicht mehr - ich will nicht mehr zuhören müssen, gesagtes filtern, reflektieren, vermitteln, recourcenorientiert denken, überhaupt denken. Ehrlich gesagt würde ich am liebsten in der Schule die Assistenz für ein behindertes Kind übernehmen, um ihm die Teilhabe am Schulleben zu ermöglichen. Weg von der Verantwortung, der Blick aufs Kindeswohl und Angst, wenn du was falsch machst hast du ein RIESEN Problem. Ganz davon abgesehen, dass ich auch tatsächlich an meine Grenzen stoße: ich bin eher der nette, liebe Typ. Dinge sofort ansprechen und auf den Tisch knallen liegen mir weniger.
Problem: das Geld.
Ich lebe mit meinem Sohn und meinem Freund seit 2 Jahren zusammen. Die Miete teilen wir uns unserem Einkommen entsprechend. Er Student, ich der Geld-Verdiener (wenn auch nur 30-Stunden Stelle). Somit bin ich voll aufs Geld angewiesen, zahle x-Versicherungen und ein Auto ab. Geld sparen, Rücklage für Bafög-Rückzahlung? Nix!

Mein Freund, frisch gebackener examierter bald nicht mehr Student, wird Lehrer. Jetzt heißt es erstmal warten auf einen referandariatsplatz, ddann die Absolvierung eben dieses und dann auf eine feste Stelle hoffen.
Hier Problem Nr. 2 für mich:
Wir sind seit 5 Jahren ein Paar und ich möchte unbedingt weiter... heiraten, ein gemeinsames Kind... Das sind auch nicht ausgeschlossene Themen. naja heiraten kann er jetzt nicht so ganz verstehen, aber Kind ist schon ok.
ich fühle mich innerlich so zerrissen... ich habe so eine große Sehnsucht nach einem Baby. Schrecklich ist das! Wobei ja eigentlich nicht. Aber jetzt! Undenkbar.
Meinen Sohn habe ich mit 20 bekommen, habe damals Zuschuss von der Sozialhilfe bekommen, geld war einfach knapp. Und wenn ich aufhölre zu arbeiten... und er hat noch keine Arbeit... nein, nicht ein zweites Mal.

Ich fühle mich zum Warten verdammt... warten auf die Zeit des gemeinsamen geldverdienens... der Zeit um die Familie zu vergößern... ICH WILL ABER NICHT MEHR WARTEN.

Ich grusel mich vor Montag, wenn nach 3 Wochen Urlaub die Arbeit wieder beginnt. Und ich weiß einfach nicht mehr wofür ich das mache. Ich warte und warte... und ich weiß ja nch nicht mal, dass meine Ziele in erfüllung gehen werden.

Und total schlimm: ich kann mich nicht mal richtig über sein bestandenes Examen freuen... ich habe nur diesen Tunnelblick in die Ferne... Jahre die es noch dauert bis ich entlasstung bekomme, evtl. Stunden reduzieren kann oder mir ein shlechter bezahlten Job suchen kann.


Komme ich da von alleine raus? Oder brauch ich ne Therapie? Welch ein Gedanke, ich hab gar nicht die Zeit für einen festen Termin in der Woche ... urkomisch.


So weit dann mal, malve
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Vera
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Re: Ich hab das Warten so satt

Ungelesener Beitragvon Vera » 11.08.12 12:10

Guten Morgen liebe malve,

wie ich sehe, wurde dein Beitrag inzwischen über 40 mal gelesen, aber bisher hat sich noch niemand an die Antwort heran gewagt. Das wundert mich nicht, denn die fällt weniger nach deinem Geschmack aus, als du gehofft hast. Zumindest ist das in meiner Vorstellung so.

Du hast nicht einmal geschrieben, dass du deinen Freund liebst. Aber genau diese Frage musst du dir dringend stellen und beantworten. Du willst heiraten, du willst ein Kind. Aber: Willst du auch den Mann, mit dem du seit Jahren zusammen lebst? Willst du ihn, weil du ihn begehrst oder weil er gerade da ist? Weil es die logische Konsequenz aus der langen gemeinsamen Zeit ist?


Eine Therapie brauchst du zumindest im ersten Schritt nicht. Du musst nur mal in dich gehen und überlegen, was dir im Leben wirklich wichtig ist. Wenn du das ganz klar hast (ist es wirklich ein Kind mit DIESEM Mann oder ein Kind an sich?) musst du mit deinem Partner offen reden, dich mitteilen, sagen, was du willst. Ihr müsst herausfinden, ob ihr wirklich (noch) die gleichen Ziele im Leben habt oder im Wesentlichen deshalb zusammen seid, weil man sich aneinander gewöhnt hat und es so praktisch ist / war. Geht es dir vielleicht auch ein ganzes Stück darum, einen Versorger zu haben und damit die Verantwortung für das finanzielle Konstrukt in die Hände eines Mannes zu geben? Ist das deine generelle Vorstelleung einer Beziehung?

Nur so kannst du zu echtem Glück finden. Ich kann verstehen, dass du heiraten willst und dir ein zweites Kind wünscht. Ich habe großes Verständnis für Ungeduld. Aber ich weiß auch, dass es Dinge im Leben gibt, die man einfach nicht erzwingen kann. Also tut euch beide den Gefallen und findet heraus, was ihr wirklich wollt und ob eure Ziele noch kompatibel sind, bevor ihr den nächsten Schritt geht.

Solltest du nicht in der Lage sein, die aufgeworfenen Fragen alleine vollständig zu beantworten solltest du dir eben doch fachkundige Hilfe suchen. Leicht ist das nicht, was du da vor dir hast. Aber was getan werden muss, muss getan werden.

Ich wünsche dir gute Gedanken und weiterführende Gespräche.
Liebe Grüße
Vera
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Re: Ich hab das Warten so satt

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 12.08.12 23:00

Also Du hast keinen Bock auf Arbeit. Ok, das ist ein weit verbreitetes Problem.

Bock auf Hilfe von Vater Staat hast Du auch nicht. Ok, das ist klar. Ich vermag deiner Argumentation zu diesem Thema keine eindeutigen Schwächen nachzuweisen, aber es ist jedenfalls eine klare Tendenz dazu auszumachen, daß Du Hilfebedürftigkeit als Gefahr für deine Wunschrolle als treusorgende Ehepartnerin eines reichen Mannes siehst.

Also ich kann Dir so sagen daß 2-3 zusätzliche Kinder uns nicht über das eingangs erwähnte Problem (kein Bock auf Arbeit) hinwegtäuschen werden, und noch deutlich mehr würden auch nur bewirken, daß man Dir solche Fragen nicht mehr stellt, sondern sich einfach seinen Teil dazu denkt.

So, und weil ich das Gefühl habe, daß Dir weitere Diskussion zu den Themen Lebensgestaltung und Tarnung zu abstrakt sein werden, stelle ich Dir mal die Frage, die Vera vermieden hat:

Was ist denn eigentlich mit deinem Sohn!
Was soll der sich eigentlich dazu denken, daß er seiner Mutter nicht reicht?

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Re: Ich hab das Warten so satt

Ungelesener Beitragvon Vera » 13.08.12 08:14

Hallo egozentrum,


es ist nicht so, dass ich die Frage vermieden habe, denn der Wunsch nach mehr als einem Kind ist recht verbreitet und für bereits vorhandene Geschwister nicht unbedingt schädlich. Davon abgesehen, diskutiert man das selten mit seinen Kindern, sondern eröffnet ihnen eines Tages, dass sie ein Geschwisterchen bekommen. Je nach Alter des Kindes vergeht dann nicht mehr allzu viel Zeit bis zur Niederkunft. Das ist also nicht das Kernproblem.

Dieses besteht,meiner Auffassung nach, aus der Frage, ob der Wunsch nach einem Kind a) mit DIESEM Mann besteht und er b) aus Liebe oder eher aus dem Wunsch heraus erwachsen ist, statt arbeiten zu gehen, Hausfrau und Mutter zu sein.

Man darf auch nicht vergessen, dass die biologische Uhr tickt und der Wunsch nach einem (weiteren) Kind gigantische Ausmaße annehmen kann. Das Phänomen ist sicherlich nicht zu unterschätzen.

Liebe Grüße
Vera
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Re: Ich hab das Warten so satt

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 13.08.12 13:05

Vera hat geschrieben:es ist nicht so, dass ich die Frage vermieden habe, denn der Wunsch nach mehr als einem Kind ist recht verbreitet und für bereits vorhandene Geschwister nicht unbedingt schädlich. Davon abgesehen, diskutiert man das selten mit seinen Kindern, sondern eröffnet ihnen eines Tages, dass sie ein Geschwisterchen bekommen. Je nach Alter des Kindes vergeht dann nicht mehr allzu viel Zeit bis zur Niederkunft.

Ja, sowas könnte sich der arme Junge dann denken müssen. Klasse.

Ich meine, wir sprechen hier doch nicht von normaler Ungleichbehandlung von Geschwistern, sondern davon, daß der Junge es halt total nicht bringt.

Unabhängig davon, ob man dem das auch beibringt.

Vera hat geschrieben:Das ist also nicht das Kernproblem.

Dieses besteht,meiner Auffassung nach, aus der Frage, ob der Wunsch nach einem Kind a) mit DIESEM Mann besteht und er b) aus Liebe oder eher aus dem Wunsch heraus erwachsen ist, statt arbeiten zu gehen, Hausfrau und Mutter zu sein.

Lass den neuen Kerl doch allenfalls beliebig austauschbar sein. Wäre das ein Problem? Wahrscheinlich, aber genaueres weiss man nicht.

Es verbleiben jedenfalls Kids, die ihren zugedachten Zweck nicht erfüllen. Zugegebenermassen kann die Tragweite dieses Problems mit etwas Glück voll im Rahmen des Üblichen bleiben.

Aber der Wunsch, hier möglichst viele Probanden dem Problem auszusetzen, erscheint mir irgendwie trotzdem total nekrotisch.

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Re: Ich hab das Warten so satt

Ungelesener Beitragvon Vera » 13.08.12 13:23

egozentrum hat geschrieben:
Vera hat geschrieben:es ist nicht so, dass ich die Frage vermieden habe, denn der Wunsch nach mehr als einem Kind ist recht verbreitet und für bereits vorhandene Geschwister nicht unbedingt schädlich. Davon abgesehen, diskutiert man das selten mit seinen Kindern, sondern eröffnet ihnen eines Tages, dass sie ein Geschwisterchen bekommen. Je nach Alter des Kindes vergeht dann nicht mehr allzu viel Zeit bis zur Niederkunft.

Ja, sowas könnte sich der arme Junge dann denken müssen. Klasse.

Ich meine, wir sprechen hier doch nicht von normaler Ungleichbehandlung von Geschwistern, sondern davon, daß der Junge es halt total nicht bringt.

Unabhängig davon, ob man dem das auch beibringt.

Vera hat geschrieben:Das ist also nicht das Kernproblem.

Dieses besteht,meiner Auffassung nach, aus der Frage, ob der Wunsch nach einem Kind a) mit DIESEM Mann besteht und er b) aus Liebe oder eher aus dem Wunsch heraus erwachsen ist, statt arbeiten zu gehen, Hausfrau und Mutter zu sein.

Lass den neuen Kerl doch allenfalls beliebig austauschbar sein. Wäre das ein Problem? Wahrscheinlich, aber genaueres weiss man nicht.

Es verbleiben jedenfalls Kids, die ihren zugedachten Zweck nicht erfüllen. Zugegebenermassen kann die Tragweite dieses Problems mit etwas Glück voll im Rahmen des Üblichen bleiben.

Aber der Wunsch, hier möglichst viele Probanden dem Problem auszusetzen, erscheint mir irgendwie trotzdem total nekrotisch.




Mit dem, was du nun schreibst, bist du dermaßen im Bereich der Vermutung, dass ich an malves Stelle keine Lust mehr hätte, hier zu schreiben. Es ist doch nicht fair, so zu tun, als wüsste man alles. Um das beurteilen zu können, müsste man wesentlich mehr wissen und es nicht einfach mal so in den Raum stellen.

Entsprechen deiner Meinung nach Kinder, die Geschwister / Halbgeschwister haben, den Anforderungen der Eltern allesamt nicht? Da malst du ein sehr dunkles Szenario. Dem kann ich mich ausdrücklich nicht anschließen.

Ich versuche, mich vor Vorveruteilung zu hüten und zu hinterfragen. Daher bleibe ich auch uneingeschränkt bei dem, was ich eingangs bereits geschrieben habe.

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Re: Ich hab das Warten so satt

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 13.08.12 14:51

Vera hat geschrieben:Mit dem, was du nun schreibst, bist du dermaßen im Bereich der Vermutung, dass ich an malves Stelle keine Lust mehr hätte, hier zu schreiben. Es ist doch nicht fair, so zu tun, als wüsste man alles. Um das beurteilen zu können, müsste man wesentlich mehr wissen und es nicht einfach mal so in den Raum stellen.


Wir können hier alle nur auf das reagieren, was hier ins Forum gestellt wird.

Vera hat geschrieben:Entsprechen deiner Meinung nach Kinder, die Geschwister / Halbgeschwister haben, den Anforderungen der Eltern allesamt nicht? Da malst du ein sehr dunkles Szenario. Dem kann ich mich ausdrücklich nicht anschließen.


Nö, überhaupt nicht. Es ist ja nun auch alles andere als die Regel, daß deren Eltern sich über mangelnde Auslastung mit ihren Kindern beklagen, und sich von Nachschub daher die Glückseeligkeit versprechen.

Das hat malve für mein Sprachempfinden nunmal so dargestellt, und damit muss ich umgehen, nicht Du.

Vera hat geschrieben:Ich versuche, mich vor Vorveruteilung zu hüten und zu hinterfragen. Daher bleibe ich auch uneingeschränkt bei dem, was ich eingangs bereits geschrieben habe.


Dann such doch mal die Textstelle raus, die Zweifel daran begründet, daß malve ihren Freund liebt. Das war ja dein Vorurteil.

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Re: Ich hab das Warten so satt

Ungelesener Beitragvon Vera » 13.08.12 14:59

Ich habe gefragt, OB sie ihn liebt, weil mir in ihrem Schreiben fehlte, dass sie es nicht erwähnt hat. Das fände ich normal. Aber gut, ich will nicht streiten.
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Re: Ich hab das Warten so satt

Ungelesener Beitragvon malve » 13.08.12 21:19

Guten Abend.

Als ich das letzte mal hier reingesehen habe, konnte ich lediglich Veras beitrag lesen. Da ich über diese Worte etwas nachdenken musste, bin ich jetzt wieder hier zum Antworten.

Danke an Vera und Egozentrum, dass ihr gelesen und kommenteirt habt.

@Vera: Du hast eine richtge Frage gestellt: ob ich meinen Partner liebe. Ich beantworte das mit einem klarem JA.
Ich habe mich damals zu erst verliebt und habe um ihn geworben. In der Anfangszeit hatten wir gleich eine Krise, da in seiner Familie eine Trennung stattgefunden hat, was noch ältere Erfahrungen präsent gemacht haben. Wir haben das überstanden mit Geduld, Liebe und nach langer Zeit auch einem Therapeuten für ihn. Warum sage ich das: wir kennen Höhen und Tiefen. Für mich ist es das erste Mal, dass ich bei Problem nicht davon laufe sonden an der Liebe festhalte und daran glabe, dass wieder bessere Tage kommen werden. Und ich habe mich darin auch nicht getäuscht.

Ich springe jetzt etwas...

@egozentrum: Ich hab kein Bock auf Arbeit. Stimmt nicht. Ich fühle mich von meinem Beruf zeitweise überfordert, besser währe es wenn ich sagen würde ge-fordert. Aber beides ist der Fall.
Problem daran: ich komme abends nach hause und habe kaum noch Energie für mein eigenes Kind. Die Pubertät hat bereits einzug gehalten, er als Scheidungskind steht zwischen zwei Haushalten mit der relativ strengen Mutter und einem Wochenend-Vater. Bitte keine Disskussion: ich bin froh, dass die beiden ein so gutes Verhältnis haben! Regelmäßig übernachtet er dort, sehen sich jede Woche. Es sind einfach 2 Weltern.
Ich möchte gerne mehr zu hause sein, nachmittags, wenn er um 4 aus der Schule kommt. Geht aber nicht. Denn die Kinder meiner familien die ich betreue haben auch bis 4 Uhr Schule...

ich will kein hausmütterchen sein und mich versorgen lassen. Ausserdem hasse ich hausarbeit ;)
Mein Wunsch ist ein Teilzeitjob und Zeit für Kind/Kinder. Und ich finde daran nichts schlimmes.

Nach meinem mit ach und krach bestandenem Studium (Bafög gabs bereits nicht mehr und ich musste eine Versicherung auflösen damit wir Miete und anderes bezahlen konnten) habe ich eine Woche später bei dem oben benanntem Arbeitgeber angefangen. Ich war unglaublich froh, diese Chance bekommen zu haben und wieder schwarze Zahlen schreiben zu können.

Mein Sohn: ob er mir nicht reicht? Er es nicht bringt???
ich muss gestehen, egozentrum kann ich nicht ganz verstehen, aber Grundlage für Disskussion ist immer gut.

Ich lebe mit dem Vater meiens Kindes nicht mehr zusammen. Das ist aus der Sicht meines Sohnes schlimm, traurig, schmwerzhaft. Dennoch führen wir jetzt ein familienleben als Patschworkfamilie, ein System, was sich immer mehr verbreitet. Das ändert nichts daran, dass ich mein Wunsch auf Familie und weiterem Nachwuchs gestillt habe.
Wie es der Umstand will bin ich 3 jahre älter als mein Freund ;)
Ich war damals sehr jung und habe auch viele Fehler gemacht. Durch meine Ausbildung und beruf weiß ich jetzt darum. Das ist manchmal ganz schön hart, denn es lässt sich nichts rückgängig machen. Ich liebe meinen Sohn. Es gab Tage an denen ich das erst sagen konnte als er friedlich im Bett gelegen und geschlafen hat. Heute kann ich ihm das direkt sagen.

Und: Mein Sohn wünscht sich seit jahren ein Geschwisterkind. Er kann gut mit kleinen Kindern umgehen. Und natürlich ist mir bewusst, dass ein tatsächlicher Zuwachs dann probleme mit sich bringen wird, allein schon wegen der Aufmerksamkeitsverteilung. Aber da mussten wohl alle Geschwisetr mal durch.


Ich habe das Gefühl, ich komme von meinem eigenem thema ab ;)
Von meiner Ungeduld gegenüber Familienplanung etc. möchte ich meinen Partner eher fern halten, um ihn nicht bewusst oder unbewusst unter Druck zu setzten. Ansatzweise haben wir vor einem halben jahr schon mal drüber gesprochen, es ist einfach klar: jetzt passt es nicht.

Vorgenommen habe ich mir meinen Job betreffend zu versuchen einen festen Nachmittag frei zu halten um den familiär gestallten zu können. Den Effekt möchte ich ausprobieren, ob mir das gut tut, ob meinem Sohn das gut tut.
Sollte das nicht machbar sein oder nicht ausreichen werde ich 5 Stunden abgeben. Geld hin oder her. Mein Partner findet das herantasten und ausprobieren gut. Darüber habe ich mit ihm sprechen können.

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf habe ich das Gefühl, ich kann was verändern, wenn ich will. Dadurch fühle ich mich nicht mehr so machtlos, ausgeliefert.


Abendliche Grüße
malve
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Re: Ich hab das Warten so satt

Ungelesener Beitragvon malve » 13.08.12 21:40

noch eins:
@egozentrum: ein weiteres Kind wird keine Probleme lösen. Habe ich auch nicht behaupten wollen.
ich möchte mit meinem Partner, den ich liebe, die Elternschaft von Beginn an erleben dürfen. Auch gerade mit dem Wissen, dass ich heute darüber habe. In einen Augen wird er ein toller Vater sein... Und trotzdem will weiter ich arbeiten gehen, wenn es soweit sein sollte, und noch Zeit für meinen Großen haben.

Dieser "Kerl" an meiner Seite ist nicht austauschbar. Ohne ihn hätte ich den Wunsch nach Familienzuwachs nicht.
Und da wir nun schon eine weile mit einander verbunden sind ist doch der Wunsch nach Entlasstung nicht verkehrt? Das bedeutet ja nicht gleich faulenzen während der andere malocht. ich habe mich für diesen Menschen entschieden, mit seinen Vorzügen und Macken. Dazu muss ich stehen (das ist an manchen Tagen eben schwerer). Vieleicht auch noch zum Verständnis: Wir haben das Studium (ohne einander schon zu kennen) im gleichem jahr aufgenommen, ich habe 1 jahr länger gebraucht. Er mittlerweile 4 jahre länger als vorgesehen.

Manchmal muss man einen Schritt zurück gehen, um die bereits gemachten Fortschritte sehen zu können.

Danke für euer Gehör,
malve
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Re: Ich hab das Warten so satt

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 13.08.12 23:07

Ahso. Ja, hast schon recht, das ist Dir alles zu recht ganz wichtig, nur nicht so drängend, wie ich das verstanden habe. Schön, daß Du dieses Missverständnis trotzdem ausgeräumt hast.

Ja, wie, dann ist das doch alles ganz seicht.

Ich verstehe natürlich nach wie vor nicht, wie Dir 'nen weiteres Kind so wichtig sein kann. aber jedenfalls ist auch hier angekommen, daß ich diesen Punkt total überbewertet habe.

Hm, ich habe jetzt erstmal den Eindruck, daß Du das selbst am besten auf dem Schirm haben wirst, wie toll das wäre, deinen Freund noch weiter mit dem Thema quasi zu nerven. Glaubst Du ihm denn, daß er sich tatsächlich weitere Kinder mit Dir vorstellen kann? Spielt da auch die Angst mit rein, daß er das als Hinhaltetaktik gebrauchen könnte? Du selbst bewertest eure finanzielle Situation ja wahrscheinlich weit weniger als Ausschlusskriterium, als er. Eine solche Angst wäre ja ein Punkt, bei dem Reden echt weiterhelfen könnte. Ebenso wie bei der rein sachlichen, gemeinsamen Bewertung eurer Situation. Also ich als Aussenstehender kann jedenfalls nicht bestätigen, daß ihr wegen eurer unausgegorenen Finanzsituation noch lange warten müsst.

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Re: Ich hab das Warten so satt

Ungelesener Beitragvon Vera » 13.08.12 23:55

Wenn ich das richtig verstehe, liebe malve, möchstest du ein Kind mit dem Mann den du liebst und dieses Kind optimal erziehen. Das, was du in deinem Beruf mitbekommst, soll bei euch besser laufen und von daher willst du (mindestens) halbtags für das Kind da sein. Richtig?

Ich muss sagen, dass ich das gut nachvollziehen kann. Auch die Ungeduld in der Sache kann ich gut verstehen, denn man wird nicht jünger. Problematisch ist im Wesentlichen die finanzielle Situation.

Ergo müsst ihr euch zusammensetzen, herausfinden, ob der Kinderwunsch bei euch beiden gleichermaßen stark vorhanden ist und Pläne schmieden, die realisierbar sind. Also reden, reden und nochmals reden. Wichtig ist, dass ihr keine Luftschlösser baut, sondern euren Möglichlichkeiten entsprechend einen realistischen Zeitplan aufstellt und noch einmal überlegt, ob damit alle Träume in Erfüllung gehen können.

Ich wünsche es dir / euch.

Liebe Grüße
Vera
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Re: Ich hab das Warten so satt

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 14.08.12 00:51

malve hat geschrieben:ein weiteres Kind wird keine Probleme lösen
...
der Wunsch nach Entlasstung nicht verkehrt? Das bedeutet ja nicht gleich faulenzen während der andere malocht.


Natürlich nicht. Ist alles ein Missverständnis gewesen: Knappe Worte haben nunmal die Eigenschaft, kontextabhängige Botschaften zu vermitteln. Und ich zumindest habe ja den Kontext echt verpeilt. Du hast Dich im Anfangsbeitrag themenübergreifend, und vergleichsweise intensiv im "Auskotzmodus" über ein für Aussenstehende echt seichtes Thema geschrieben (kein Problem), in einer zumindest für mich ungewohnten Sachwertungskonstellation.

Tut mir echt leid, dich da so missverstanden zu haben.


Vera hat geschrieben:Also reden, reden und nochmals reden.


Tja, wie ist denn das jetzt wohl, malve?

Hast Du den Eindruck, genug mit ihm geredet zu haben?
Du meintest ja, es sei alles geklärt, nur scheinst Du das selbst nicht richtig nachvollziehen zu können, was ihr da geklärt habt, zumindest gefühlsmässig. Da ist das vielleicht wirklich 'ne ganz gute Idee, lieber aussenstehende als u.U. die Beziehung mit deiner "Verwiruung" zu belasten. Vielleicht, ich weiss es nicht.

Wie sieht denn seine Vorstellung zum Zeitrahmen aus? Oder ist Zeitrahmen für ihn noch gar kein Thema? Und ist er überhaupt der Typ, der Bock hat, sowas zu planen, oder meint der nur, daß es jetzt grad halt doof ist, oder was?

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Re: Ich hab das Warten so satt

Ungelesener Beitragvon malve » 14.08.12 09:11

Moin moin,

ja, ich gestehe: der erste Beitrag war wirklich ein auskotzen. Meiner Gefühlslage entsprechend. Ich hoffe, dass ihr nicht so schnell wieder als konstruktiver Mülleiemr herhalten müsst.
Es ist aber auch gar nicht so leicht, präzise eine Situation zu skitzieren für zuhörer, die noch gar keinen Hintergrund kennen. Aber ich habe vor eine Weile hier zu bleiben und dann werde auch ich Forumserfahrener :)

Mein Freund ist momentan auf Arbeitssuche für ca. ein halbes Jahr Dauer. In mir regt sich eine Stimme die sagt, das wäre jetzt kein guter Zeitpunkt für meine Thematik. Mag falsch sein, man sollte eigentlich immer über alles reden können. Aber ich denke dass ich damit warten MUSS.

Nein, Hinhaltetaktik ist das nicht von ihm. Wir haben sogar schon über Namen phillosophiert...
Wir denken ähnlich, was die finanzielle Situation angeht. Wenn er keinen Job hat oder das referendarsgehalt bekommt und ich die erste Zeit zu hause bleiben würde wäre das ein finzielles Desasta. Hey, zumindest sind wir uns einig was wir beide nicht wollen. Omg.

Was sagte eine Freundin von mir: Du hast wenigstens die Aussicht, dass es eiens tages so weit sein wird. das ist viel merh als bei anderen. Freu dich darüber.

Ja, ich bin halt momentan sehr egoistisch, und das fühlt sich schlecht an. Vor allem will ich damit nicht die Beziehung beschädigen. Aber, bevor ich innerlich platze weiß ich, dass ich ihn und mich vor einem Gespräch nicht schützen kann.
Und damit ich gar nicht erst das gefühl bekomme bald platzen zu müssen werd ich das im Kopf behalten.

Danke fürs aktive zuhören :)
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Re: Ich hab das Warten so satt

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 15.08.12 08:16

Ja, so ist richtig: Erst reden, dann erst platzen/werfen. Das ist eine sehr lobenswerte Einstellung, die heute leider bei vielen jungen Menschen noch ziemlich unverstanden ist.

Zu viert von einem Referendariatsgehalt zu leben klingt wirklich etwas schwierig. Ihr wisst da ja dann auch noch nichtmal, wo genau das sein wird, geschweige denn, ob, wo und wann sich die erhoffte Lehrerstelle auftun wird. Und das ist doch erstmal schon ein sehr klar überschaubarer Zeitrahmen, auch in Relation zum biologischen Verfall.

Nicht minder vernünftig, nur irgendwie komplizierter ist aber die Gegenargumentation, daß überschaubare Zeiträume sich schon irgendwie überbrücken lassen würden, eine gefundene Lehrerstelle mit hoher Wahrscheinlichkeit zunächst befristet sein wird, Verbeamtungsstatus keine akzeptable Entscheidungsgrundlage sein sollte. Beziehungen altern i.A., und es gibt ein Zeitfenster, in dem eine Trennung für Kinder besonders ungünstig wäre. Im übrigen hast Du einen hinsichtlich Stundenzahl vergleichsweise flexiblen Beruf, aus dem wohl keinerlei Vorzugszeitpunkte abzuleiten sind (am ehesten vllt. die Tendenz, daß es besser früher passt, weil Neueinstellungen im Alter evtl. etwas schwieriger werden). Weiter ist dein Sohn anscheinend jetzt noch in einem Alter, in dem dem das noch was bringen könnte, wenn Du mehr Zeit für euch hättest.


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