Wieso ich? Ein Nachtgedanke

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alb1no

Wieso ich? Ein Nachtgedanke

Ungelesener Beitragvon alb1no » 07.06.07 02:32

Mir gehen diese Partys auf den Sack!
Es ist weder die Musik, die Drinks oder das Etablissement.
Es sind die Menschen. Ich verachte sie in vielerlei Hinsicht.
Ihre Kleidung, die Frisuren, die übertrieben Art des Auftretens, nur um sich selbst in Szene zu setzen. Jeder ist gleich. Einer sieht aus wie der andere. Das Äußere des anderen wird schlicht kopiert, um sich selbst eine persönliche Note zu verleihen.
Das ist der Kern sogenannter Trends. Der Style. Eine offensichtliche Art der Dekadenz.
Ihre Gespräche sind erfüllt von Nichtigkeiten, ein Geschleime auf höchstem Niveau.
Ich könnte jetzt behaupten meine Wut oder meine Abneigung, sei purer Neid, vielleicht auch fehlendes Selbstvertrauen. Ich glaube ich würde gar nicht so falsch liegen.
Es gibt allerdings noch mehr Menschen wie mich. In unserer Introvertiertheit verloren erschaffen wir unsere eigene Welt. Subkulturen sprießen aus dem Boden. Es ist eine Möglichkeit von allem was man hasst Abstand zu nehmen, ohne allein zu sein.
Das ganze ist jedoch nur ein Teufelskreis. Man ist nicht besser als die, die man einst so verachtete, da jede Art von Gruppe eine gewisse Intoleranz gegenüber anderen hat.
Bleib alleine...
Wir sind so schwach. Schwach ohne zu wissen dass wir viel stärker sein könnten. Was ist unser Problem? Unsere Unsicherheit und das fehlende Selbstvertrauen hat wahrscheinlich viele Ursachen, möglicherweise aber auch nur eine. Nach dem Grund zu suchen überlasse ich gern anderen. Wir sind sicherlich jedem ebenbürtig den wir sehen und nicht mögen.
Vielleicht nicht körperlich(auch wenn dies bei vielen viel zählt), aber geistig.
Wer einen Menschen ansieht und auf den ersten Blick durchschaut, hat schon jeden Kampf gewonnen.
Ich durchschau viele der Menschen, die ich in Discotheken oder anderen Partys sehe. Ich bin weder hässlich noch unsportlich oder gar dumm. Ich mag vielleicht die selben Dinge wie sie, aber ich weiss es gibt einen grundlegenden Unterschied. Es ist die Art, wie wir das Leben sehen.
Wir sind reifer, nicht oberflächlich und schätzen das Leben. Wir machen uns Gedanken.
Stimmt das?
Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, bin ich mir nicht mehr sicher, in einem Moment der Wut hingegen tot sicher. Wenn ich Menschen sehe die mich wütend machen, verfluche ich zuerst die Person, dann die Stadt, wenig später schon die ganze Welt. Am Ende bin ich jedoch nur wütend auf mich selbst. Wenn sich der Egoismus legt und ich in Gedanken wieder beim Realismus angelangt bin, wird es mir klar.
Die Welt wird sich nicht ändern für mich.
Aber ich kann mich ändern und das meine ich nicht, vom Kitsch Hollywoods, erdrückt.
Es geht dir schlecht? Dann sorg dafür, dass es nicht schlechter wird. Das wäre mal ein Anfang.
Ich bin ehrlich zu mir und werde traurig. Ich weine sogar. Dann kommen die Momente, in denen ich schreibe.
Morgen früh geht die Sonne wieder auf, alles was hier steht wird wieder vergessen sein. Mein Optimismus schwindet. Auf der nächsten Party ist er diesem traurigem Pessimismus gewichen. Ich stehe wieder in der Ecke und schaue zu. Man erwartet schließlich von mir, dass ich erscheine. Ich bin wieder wütend. Ich schreibe wieder. Zuhause bin ich sicher.
Ich bin ein Realist der in einer Traumwelt lebt...

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KidLoco
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Ungelesener Beitragvon KidLoco » 07.06.07 16:50

Danke, genau so denke ich auch seit Jahren.
Aber glaub mir, es gibt Discos, wo "normale" Menschen rumlaufen, nicht diese überstylten, die sich nur für den nächsten Sex interessieren und sich aneinander reiben. :lol:
Ich habe manchmal auch so eine Phase, in der ich am Rand stehe, in diese sich amüsierenden Fratzen schaue und denen einfach nur eine reinschlagen könnte. Nicht, weil ich ihnen ihr Glück nicht gönne, sondern weil sie einfach so oberflächlich durch die Welt marschieren und sich keinen Gedanken um nichts machen. Und trotzdem durchkommen.

Isabelle

Ungelesener Beitragvon Isabelle » 08.06.07 18:43

Es gibt auf der Welt genügend dumme und leichtdurchschaubare menschen, aber es gibt auch andere menschen, menschen mit denen man auf einer wellenlänge ist. klar, wenn man sich etwas von der gesellschaft und dem herrkömmlichen abgrenz ist es nicht ganz so leicht solche menschen zu finden. Aber das ist ja kein ding der unmöglichkeit. ich hab mittlerweile aufgegeben mir über die menschen, die mir in der disko oder auf der straße begegnen nen kopf zu machen, denn die meisten leute sind einfach zu primitiv und verblendet durch diesen innerlichen zwang etwas tun zu müssen, weil es ja alle tun. jeder mensch ist ein unikat ganz egal ob er gut aussieht oder schlecht. nur leider sind die wenigsten dazu in der lage sich selber eine persönlichkeit aufzubauen ohne dabei daran zu denken was die anderen von einem halten. Ist doch wie damals als Adolf noch sprach einer schreit vor und fast alle anderen schreien nach. Heutzutage ist es halt ein popstar der irgend nen coolen style hat und schwub di wub rennen alle so rum.

Menschen ohne eine eigen entwickelte persönlichkeit tun mir einfach nur leid, weil sie meistens gar nicht merken was sie für arme schweine sind...

Dean
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Re: Wieso ich? Ein Nachtgedanke

Ungelesener Beitragvon Dean » 24.10.07 03:06

alb1no hat geschrieben:Ich bin ein Realist der in einer Traumwelt lebt...


könnt ich glatt unterschreiben.
gerade, wenn ich Domian höre, wird mir immer wieder bewusst, dass JEDER irgendein problem (mit sich selbst) hat. und dann frage ich mich, wieso sich alle immer hinter einer fassade verstecken. besonders wenn ich irgendwo lese oder höre, wieso sich menschen das leben nehmen. da denke ich nur, es geht mir oder allen anderen genau so, da hätte man doch was machen können.
ständig hören wir von zahlen der singles in deutschland und dass jeder auf partnersuche ist, aber nicht fündig wird, und warum? tja warum?
weil wir nicht zugeben, wenn wir ein problem haben oder verzweifelt sind. nein lieber machen wir einen auf unnahbar.
Jedes Leben endet tödlich.

devilishMortisha

Re: Wieso ich? Ein Nachtgedanke

Ungelesener Beitragvon devilishMortisha » 01.11.07 14:08

Dean hat geschrieben:ständig hören wir von zahlen der singles in deutschland und dass jeder auf partnersuche ist, aber nicht fündig wird, und warum? tja warum?
weil wir nicht zugeben, wenn wir ein problem haben oder verzweifelt sind. nein lieber machen wir einen auf unnahbar.


Ich glaube eher, dass es immer mehr Singles gibt, weil heute keiner mehr bereit ist, seinen Egoismus auf ein gesundes Niveau zu bringen. Jeder hat nur noch Karriere im Kopf, damit er sich dann wieder den Standart leisten kann, der heutzutage von jemandem erwartet wird, der es irgendwie 'geschafft' hat. Einerseits sehnt man sich nach jemandem, bei dem man sich abends mal anlehnen kann um zu entspannen, andererseits wird die Beziehung beendet, sobald mal irgendwelche Probleme auftauchen. Stress hat man ja immerhin schon im Job genug, da will man sich zu Hause nicht auch noch mit jemandem streiten, der auch nur seiner eigenen Karriere hinterherrennt oder seine eigene Ego-Schiene fährt. In unserer heute so tollen 'Wegwerf-Gesellschaft' wird ein Partner lieber ausgetauscht, wenn er nicht mehr richtig funktioniert, als das man sich eingehend mit ihm beschäftigt und versucht Probleme gemeinsam zu lösen.
Viele Probleme die wir haben sind doch erst von uns selbst gemacht.

PS: Albinos Gedanken finde ich übrigens sehr gut. Genauso geht es mir auch oft, wenn ich vor Menschenmassen stehe, die sich durch Persönlichkeit, eigenen Style oder wie sie es auch nennen hervorheben wollen und dabei gar nicht merken, wie austauschbar sie doch eigentlich sind. Jemand, der wirklich Persönlichkeit hat, würde nie auf die Idee kommen damit in diesem Ausmaß auf sich aufmerksam zu machen und es überall rumposaunen wie einen Wahl-Slogan.

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AdamsApfel
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Registriert: 29.03.08 20:48

Re: Wieso ich? Ein Nachtgedanke

Ungelesener Beitragvon AdamsApfel » 31.03.08 04:59

Du bist entfernt von der Norm! Warum?
Sehen wir es biologisch/evolutionär.
Die Art soll sich erhalten.
Also muss ein Mechnismus gefunden werden, der es der Art ermöglicht sich möchlichst einfach zu erhalten. Daa nennen wir dann Liebe, Freude, Spass und Sex.

In unsere aller Leben steht der Trieb dem Verstand gegenüber. Das eine kann ohne das andere nicht wahrgenommen werden. Es muss Gleichgewicht herrschen.

Bei dir herrscht der Verstand in krassem Übermaß vor. Das gibt dir das Gefühl ein Individuum zu sein, das von niemandem wirklich Verstanden wird.

Wehr dich nicht gegen den Trieb, lass ihn zu und streub dich nicht dagegen. Du wirst das Leben nicht fühlen können, wenn du es nur über den Verstand betrachtest!

Hab Spass und Be Happy.
Ich wünsche dir viel Glück dafür.


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