Sex vor der Ehe

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WalterJoergLangbein
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Sex vor der Ehe

Ungelesener Beitragvon WalterJoergLangbein » 11.05.13 08:07

An anderer Stelle hier im Forum wurde ich gebeten, mich über „Sex vor der Ehe“ aus biblischer Sicht zu äußern. Ich fürchte, dass das wenig Sinn macht, weil jedes Argument von christlicher Seite mit Hinweis auf diese oder jene Bibelstelle „widerlegt“ wird.

Dennoch will ich versuchen, kurz zu antworten:

1.) Man muss unterscheiden zwischen dem, was in der Bibel steht... und dem, was im Verlauf der Kirchengeschichte von der Geistlichkeit zur christlichen Norm gemacht wurde.

2.) Es gibt kein wirkliches Verbot von vorehelichem Sex. Paulus empfiehlt zum Beispiel, ganz auf Sex zu verzichten. Interessant ist sein Frauenbild. So heißt es bei Paulus (1. Korinther 7, 12): „Es ist dem Menschen gut, dass er kein Weib berühre.“

Was heißt das? Der Mensch soll also auf Sex mit einer Frau verzichten. Damit bringt Paulus seine Frauenverachtung zum Ausdruck. Für gewöhnlich hat der Mann Lust auf Sex mit einer Frau. Darauf soll er aber besser verzichten, schlägt Paulus vor.

Mit anderen Worten: Er setzt „Mensch“ mit „Mann“ gleich, somit ist nach Paulus die Frau... kein Mensch.

Wir müssen aber den historischen Hintergrund beachten! Paulus war der Überzeugung, dass der Weltuntergang unmittelbar bevorsteht. Deshalb riet er von Sex ab, man solle sich auf das unmittelbar bevorstehende Weltenende vorbereiten.

Nun sind seither rund 2000 Jahre verstrichen, das Weltenende ist bislang ausgeblieben. Meine Meinung: Wir müssen uns nicht an Gebote oder Vorschriften halten, die unter falschen Voraussetzungen formuliert worden sind.

3.) Eheschließung in der Bibel. Wenn man meint, behauptet, dass die Bibel Sex vor der Ehe verbietet, dann muss man beachten, dass im Judentum zu Zeiten des Alten Testaments ein anderes Verständnis von Ehe und Scheidung das Leben bestimmte.

Zu Zeiten des Alten Testaments musste ein Mann nur ausrufen „Weib, ich sage mich von dir los!“ - und schon war die Ehe geschieden. Man war schnell verheiratet... und MANN war schnell geschieden.

Der Vorgang der Scheidung wurde dann etwas erschwert, war aber immer noch sehr einfach, nicht mit heutigem Recht vergleichbar.

4.) Es wird von Verfechtern des Verbots von Sex vor der Ehe gern darauf verwiesen, dass nach biblischer Vorschrift Hurerei verboten sei. Und es wird dann Hurerei mit Sex vor der Ehe gleichgesetzt.

Das ist aber eine nicht wirklich biblische Auffassung des Begriffs der Hurerei. So wird, zum Beispiel, die Anbetung fremder Götzen als Hurerei bezeichnet.

Nun gibt es eine relativ große Zahl von Geboten im Alten Testament, die Thema Sex betreffen. Da werden „Vergehen“ aufgelistet, die alle mit der Todesstrafe geahndet werden müssen, nach der Bibel!

Diese Gebote muten heute, vorsichtig ausgedrückt, kurios an. Kein halbwegs ernsthafter Mensch wird die Befolgung dieser Gebote fordern. Wenn ein Mann in der Stadt eine Frau vergewaltigt, die Frau sich aber nicht hinreichend wehrt, müssen beide hingerichtet werden – Täter wie Opfer. Vergewaltigt ein Mann eine Frau fern der Stadt, kommt das Opfer mit dem Leben davon, nur der Täter muss hingerichtet werden.

Die Bibel unterscheidet übrigens: Wenn eine Frau NICHT verlobt ist, dann ist die Vergewaltigung nicht so schlimm. Dann muss der Täter dem Vater des Opfers 50 Silberstücke zahlen und das Opfer heiraten. Er darf sich dann nicht mehr scheiden lassen.

Das Alte Testament fordert die Todesstrafe für den Fall, dass es sich bei der Eheschließung erweist, dass eine Frau keine Jungfrau mehr ist. Dann soll die Frau vor die Tür des Vaters geführt und zu Tode gesteinigt werden.

Zum Glück wird diesem Gebot in der Regel nicht mehr Folge geleistet.

Es gibt eine ganze Reihe von Verboten, deren Übertretung alle mit der Todesstrafe geahndet werden. Beispiel: Ein Mann heiratet und hat nicht nur mit seiner Ehefrau Sex, sondern auch mit der Schwiegermutter.... Da fordert das Alte Testament die Todesstrafe...

Fortsetzung folgt!

Walter

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WalterJoergLangbein
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Re: Sex vor der Ehe - Fotsetzung

Ungelesener Beitragvon WalterJoergLangbein » 11.05.13 09:02

5.) Das Gesetz des Alten Testaments fordert also Steinigung für Frauen, die bei der Eheschließung keine Jungfrauen mehr sind.

Warum? Geschieht dies aus moralischen Bedenken? Hintergrund für die drakonische Bestrafung von Vergehen gegen Sex-Vorschriften ist ein rein irdischer. Die Frau war nach dem Verständnis der damaligen Zeit Besitz des Mannes. Wenn also zum Beispiel ein Mann mit seiner Schwiegermutter Sex hatte, dann griff er in die Rechte des Ehemanns der Schwiegermutter ein, also in die Rechte des Besitzers.

Die drakonischen Gebote schützen den materiellen Besitz des Mannes, dem eine Frau gehört. Vorehelicher Sex ist sozusagen Sachbeschädigung, die dem künftigen Ehemann nicht zugemutet werden soll. Dem wird das Recht auf unbeschädigte Wahre zugebilligt.

Nirgendwo ist ein Hinweis zu finden, dass vorehelicher Sex auch für den Mann Folgen hat. Das Alte Testament kennt nur die Bestrafung der Frau, nicht des Mannes.

Wenn ein Mann fern der Stadt eine Jungfrau vergewaltigt, dann muss er – wie weiter oben beschrieben – dem Vater Geld zahlen. Nach biblischem Verständnis hat er etwas beschädigt, was dem Vater gehörte, das wird mit einer Geldbuße abgegolten.

Da nach biblischem Verständnis eine beschädigte Frau einem Mann nicht zuzumuten ist, muss nun den Vergewaltiger sein Opfer heiraten, wobei eine Scheidung ausgeschlossen ist. Es wird deutlich, dass die Frau in diesem System keinerlei Rechte hat, sondern als Besitz des Mannes betrachtet wird.

6.) Das Rechtsempfinden hat sich in der Welt des christlichen Abendlandes sehr verändert.. und das zum Glück. Heute gilt auch eine Frau als selbständiges menschliches Wesen und nicht als Besitz eines Mannes.

Es wäre, mit Verlaub gesagt, absurd, heute Gebote zu befolgen, die auf der Grundlage eines nicht mehr gültigen Menschenbildes entstanden sind. Frauen sind bei uns kein Besitz mehr, die Vorstellung von Sachbeschädigung ist längst aufgegeben worden....

Diesen Fortschritt, weg vom Verständnis des Alten Testaments, wollen wir doch nicht rückgängig machen.

7.) Das Alte Testament sieht darüber hinaus eine ganze Reihe von Vergehen als todeswürdig an. So sollen Knaben, die sich den Eltern gegenüber als zu frech erweisen, hingerichtet werden. Wer dem Rabbi gegenüber frech auftritt.... Todesstrafe.

Kurzum: Die Todesstrafe wird für Frauen gefordert, die vor der Ehe Sex hatten.. aber auch für Menschen, die am Sabbat Holz sammeln. Es gibt also die Todesstrafe für eine ganze Reihe von „Vergehen“, was uns mehr als absurd erscheinen muss.

Natürlich halten wir uns nicht mehr an diese Gebote. Wir haben diese Vorschriften über Bord geworfen, und das ist gut so.... Oder wer will heute Menschen steinigen, weil ihre Kleidung aus den falschen Stoffen besteht?

Fazit: Die drakonischen Strafen des Alten Testaments werden heute nicht mehr vollzogen und auch von keinem Christen gefordert.

8.) Das christliche Verständnis von der Gleichberechtigung von Mann und Frau steht im totalen Widerspruch zum Alten Testament. Da aber auch im Christentum die Gleichberechtigung von Mann und Frau akzeptiert werden, haben Gebote, die die Frau als Besitz des Mannes ansehen, keinerlei Bedeutung mehr.

Darüber hinaus gibt es keine biblische Grundlage für ein Verbot von Sex vor der Ehe, wenn man von einem modernen Menschenbild ausgeht, eben Mann und Frau als gleichberechtigte, ebenbürtige Wesen ansieht.

Walter

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zappa
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Re: Sex vor der Ehe - Fotsetzung

Ungelesener Beitragvon zappa » 11.05.13 12:44

WalterJoergLangbein hat geschrieben:Darüber hinaus gibt es keine biblische Grundlage für ein Verbot von Sex vor der Ehe

genau diese versuche ich ja seit geraumer zeit aus unserer studierenden katholikin und darüberhinaus überaus charmanten
vertreterin dieser austerbenden spezies :wink: herauszukitzeln, weil ich einfach nicht schaffe den für mich sichtbaren widerspruch
zwischen ihrer modernen auslegung der bibel und anderseits diesem festhalten an diesem ollen zopf zu entwirren.
persönlich hab ich bisher leider nur zwei (damals noch studierende) evangelische theologinnen kennengelernt, bei denen ich mich persönlich von ihrer nicht mehr vorhanden jungfräulichkeit überzeugen konnte, wobei eine von den beiden auch die sexbesessenste
frau war, die ich je kennengelernt habe. :D
die einzige gläubige katholikin mit der ich mal liiert war bestand auf ihrer jungfräulichkeit nur solange sie noch in meinem bett
lag, im bett meines kumpels drei monate später änderten sich doch wie von geisterhand ihre vorsätze, weshalb ich halt denke,
das der großteil der katholischen gläubigen in umfragen wohl eher bescheißen wird, was dieses thema angeht.
da Spocky ja quasi an der quelle (uni) sitzt erhoffe ich mir noch die ein oder andere info zur gegenwärtigen praxistauglichkeit
dieses katholischen grundgesetzes. :D
allerdings sieht es momentan fast so aus, als hätte sie angesichts der jetzt neu herrschenden kräfteverhältnisse :D hier im forum
ihren nichtvorhanden schwanz eingezogen.
nee, war nur spaß, sie ist bestimmt nur mal so für 'ne woche oder so zur entbindung im krankenhaus. :weed:

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Vera
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Re: Sex vor der Ehe

Ungelesener Beitragvon Vera » 11.05.13 16:51

Vielen Dank für deine ausführlichen Informationen, Walter. Als ich deinen Beirträge heute morgen gelesen habe, habe ich schon den Verdacht gehabt, dass Zappa sich in genau dieser Weise äußert. Ich fände es auch sehr spannend, nun Spockys Kommentar dazu zu lesen, fürchte aber, dass wir uns da noch ein paar Tage gedulden müssen.

Persönlich kann ich leider lediglich meine persönliche Meinung zu dem Thema beitragen, nichts jedoch, was sich auf die Bibel oder Kirchenrecht beruht.
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WalterJoergLangbein
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Re: Sex vor der Ehe

Ungelesener Beitragvon WalterJoergLangbein » 11.05.13 17:55

Liebe Vera!

Letztlich ist es immer die persönliche Meinung, die unser Vertsändnis biblischer Texte bestimmt.

Wenn jemand meint, dass man als Christ auf Sex vor der Ehe verzichten soll und entsprechend lebt, muss man das akzeptieren. So lange man nicht die Steinigung von Menschen fordert, die Sex vor der Ehe haben.

Walter

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Vera
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Re: Sex vor der Ehe

Ungelesener Beitragvon Vera » 11.05.13 18:21

Ja Walter, das ist natürlich letztendlich richtig. Ich persönlich zähle eher zu denjenigen, die es für falsch halten, die Katze im Sack zu kaufen. Man muss es ja nicht gleich übertreiben, aber fungfräulich in die Ehe zu gehen, finde ich in der heutigen Zeit eher problematisch, als sinnvoll.
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Re: Sex vor der Ehe

Ungelesener Beitragvon zappa » 11.05.13 18:31

Vera hat geschrieben:die Katze im Sack zu kaufen

nee nee, so ist das ja nit, sie hat immerhin schon damit geprahlt wie gut ihr liebster ausgestattet wäre. :D
hehe, die antwort konnt ich mir natürlich nicht verkneifen, ich weiß schon das Vera das anders meint.

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WalterJoergLangbein
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Re: Sex vor der Ehe

Ungelesener Beitragvon WalterJoergLangbein » 11.05.13 18:52

@Vera: Das sehe ich natürlich genauso wie Du. Damit eine Ehe funktioniert, muss es ja auch sexuell klappen. Und ob man sexuell zusammen passt, kann man nur in der Praxis erkennen.

In meinen Ausführungen habe ich lediglich versucht, neutral und sachlich darzulegen, was die Bibel zu Sex vor der Ehe sagt.

Zum Glück haben wir heute weitestgehend ein offeneres Bild, Verständnis von Sex. Sex dient nicht nur der Fortpflanzung, sondern macht Spaß. Generationen haben Theologen gepredigt, dass es schon sündhaft sei, Sex aus Freude am Sex zu „betreiben“ und nicht ausschließlich der Fortpflanzung wegen.

Ich glaube nicht, dass Priester, die im Zwangszölibat leben, ein natürliches Verhältnis zur Sexualität haben können.

Grundsätzlich wächst die Machtposition von Kirche, je intensiver sie den Gläubigen einzureden versteht, dass sie so besonders sündhaft seien und dringend auf die Rettung durch die Kirche angewiesen wären. Nun ist der Mensch von Natur aus ein sexuelles Wesen. Wenn man den Gläubigen nun einredet, dass das sündhaft sei... und dass es der Gnade der Kirche bedarf, um trotz dieser Sündhaftigkeit in den Himmel zu kommen, ergibt das enormen Einfluss der Kirche.

Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass ein allmächtiger Gott und Schöpfer des Universums darauf achtet, ob ein Menschenkind vor der Ehe Sex hat oder nicht.

Sexverbot vor der Ehe deutet meiner Meinung nach auf Minderwertigkeitskomplexe von Männern hin. Wenn die Frau vorher nie Sex hatte, kann sie nicht vergleichen... und vor Vergleichen haben Männer mit Komplexen Angst.

Ein weites Feld...

Walter

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Re: Sex vor der Ehe

Ungelesener Beitragvon Vera » 12.05.13 19:56

Guten Abend Walter,

du bringst die Sache so gut auf den Punkt, dass es mir gerade überflüssig erscheint, noch ein weiteres Wort zu ergänzen.

Vielen Dank dafür.
Vera
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Re: Sex vor der Ehe

Ungelesener Beitragvon Spocky » 13.05.13 20:52

Kaum bin ich mal ein paar Tage nicht da, geht es hier hochher :D

Sex vor der Ehe ist in der heutigen Zeit keine so große Sache mehr. Ich persönlich bin der Meinung, dass das jeder so machen sollte, wie es ihm gefällt. In früherer Zeit war das Sexualverbot vor der Ehe halt ein Schutz für Frau und Kind. Grad die katholische Kirche denkt gerne in Jahrhunderten, das ist einfacher, als den ganzen Verein immer wieder neu zu orientieren.

Eine wirklich schöne Auflistung von Walter-Jörg, gefällt mir gut. Ein Lob an das Konkurrenzunternehmen ;)
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Re: Sex vor der Ehe

Ungelesener Beitragvon Redrain » 18.05.13 12:29

Gint es eigentlich irgendwelche Vorschriften für Sex nach der Ehe ? Oder ist das durch "...bis dass der Tod uns scheide..." bereits geregelt ?
Schenke anderen Menschen ein Lächeln...es irritiert sie.

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Re: Sex vor der Ehe

Ungelesener Beitragvon Vera » 18.05.13 15:23

Redrain hat geschrieben:Gint es eigentlich irgendwelche Vorschriften für Sex nach der Ehe ? Oder ist das durch "...bis dass der Tod uns scheide..." bereits geregelt ?



Ich glaube schon. Aber wir können ja mal abwarten, was Spocky und Walter dazu schreiben.
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Re: Sex vor der Ehe

Ungelesener Beitragvon Spocky » 18.05.13 18:50

Redrain hat geschrieben:Gint es eigentlich irgendwelche Vorschriften für Sex nach der Ehe ? Oder ist das durch "...bis dass der Tod uns scheide..." bereits geregelt ?


Das hat sich durch die Zeiten hindurch realtiv oft geändert. Im Mittelalter ging eine Witwe, wenn sie es sich leisten konnte, ins Kloster. Aber eine erneute Ehe zur sozialen Absicherung wurde meines Wissens nie bestraft.
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Re: Sex vor der Ehe

Ungelesener Beitragvon WalterJoergLangbein » 20.05.13 23:07

Sex nach der Ehe. Im Katholizismus ist nur dann eine Ehe voll gültig, wenn nach der Eheschließung Sex getrieben wird mit dem Ziel, Nachwuchs hervorzubringen.

Eine Scheidung ist im Katholizismus wegen der Unauflösbarkeit der Ehe nicht möglich, Wiederverheiratung ist dann Ehebruch.

Nicht ganz so einfach ist der Sachverhalt im Falle des Todes eines Partbers. Nach dem Satz "Bis dass der Tod euch scheidet" ist nach dem Tod eines Ehepartners eine Wiederverheiratung des überlebenden Partners möglich. Allerdings ist "Bis dass der Tod euch scheidet" meines Wissens nach so alt nicht.

Die Einmaligkeit des Sakraments der Ehe würde eigentlich eine Wiederverheiratung nach dem Tod eines Partners ausschlossen.

Offenbar gibt es da einen Wandel im Verständnis, also nicht die von Anfang an gültige und katholischerseits akzeptierte Praxis.

Walter

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Christie
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Re: Sex vor der Ehe

Ungelesener Beitragvon Christie » 21.05.13 16:29

Das impliziert ja automatisch, dass Verhütung verboten ist?
Also Sex nur zur Produktion von Kinderlein, kein Vergnügenssex?

Und wie sieht es aus mit dem "Wollen" der beiden Partner? Müssen sie regelmäßig Sex haben? Und was ist, wenn einer von beiden nicht will?

Tut mir leid für die vielen Fragen, aber das Thema interessiert mich sehr und deine bisherigen Erklärungen waren super aufschlussreich :)
Und wie viel kostet dieses Gratiswochenende?


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