Kampf gegen Rechtsradikale durch Flyer drucken?

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egozentrum
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Re: Kampf gegen Rechtsradikale durch Flyer drucken?

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 05.12.11 07:28

egozentrum hat geschrieben:als auch 1996 in der Zwangspsychiatrie (das ist ganz super, sich da ganz fein zu verhalten, und dennoch zwangsmedikamentiert zu werden, ohne zu erfahren, was einem da eigentlich in die Adern gejagt wird, und warum, und dann auch noch mit Zeugs, das derart heftige "Nebenwirkungen" hat, daß man durchaus problemlos vermuten kann, daß das die erwünschte Hauptwirkung ist... körperliche Folter nämlich, wenn auch noch harmloser, als was man sich sonst noch unter dem Begriff ausmalen kann).


Also um das noch etwas weiter auszuführen:

Verbrochen hatte ich bis zur Einweisung, daß es mir echt schlecht ging (seit etwa 18 Monaten), ich mich deshalb nicht um Mietezahlen usw. gekümmert habe, teils Hunger gelitten habe, sowie meiner Jugendliebe (eine sagen wir zumindest eine Mode-Punkerin) erklärt (!) habe, daß es mir nicht gut geht, und ich eine Selbsttötung in Erwägung ziehe.

2 Wochen nach der Wohnungsräumung (aus einem Hochhaus... was da wohl eine naheliegende Methode gwesen ist), ich war vorerst bei einem Freund untergekommen (der hatte so eine Rumperkammer mit Gästebett frei), stand da dann also Polizei mit Krankenwagen vor der Tür.

Die brachten mich dann direkt in die Anstalt. Beim Aufnahmegespräch erläuterte ich vertrauensvoll und sachlich mein Problem (offiziell, vereinfachend: "akustische Halluzinationen"). So gab es dann direkt auch die Diagnose (schizophrene Psychose, obwohl wahnhafte Verblendung nun wirklich nicht vorgelegen hat). Ich folgte dem freundlichen Personal auf die Station. Dort gab es zunächst ein weiteres ganz zivilisiert verlaufendes Aufnahmegespräch, welches abrupt damit endete, daß mein Gesprächspartner seine Rolle als Mitmensch in die eines Pflegers der Station wechselte, als die Ärztin aus dem ersten Aufnahmegespräch ankam.

So fand ich mich umringt von ca. 5 Ärzten/Pflegern wieder, die sich offenbar vorgenommen hatten, mir auf jeden Fall diese Spritze zu verabreichen, auch wenn ich mich körperklich wehren sollte (einen Grund für eine solche Annahme habe ich nicht gegeben).

Meine Frage danach, was denn in der Spritze sei, wurde mit "Hide all" beantwortet, das sei gut für mich und würde mir helfen, davon seien sie alle überzeugt.

Danach musste ich mich ausziehen, da auf der Station das Tragen von Anstaltskleidung Vorschrift war. Tabakbeutel erhielt ich zurück, Feuerzeug wurde einbehalten.

Dann durfte ich mich zu den Mitgefangenen gesellen. Die sassen alle (so ca. 10-20 Leute) in dem einzigen vorhandenen Aufenthaltsraum vorm Fernseher. Das waren ganz unterschiedliche Leute, die allesamt nervlich ziemlich aufgekratzt wirkten. Kippe gegen Feuer ranwinken. Einer erzählte, er sei da, weil er seine Frau ermordet hätte. Andere überbrachten mir die Nachricht, daß ich ziemlich sicher jetzt erstmal für die nächsten Wochen und Monate dableiben würde, und daß übrigens fast alle auf der Station dieses "Hide all" gespritzt bekämen, welches wohl dem Zwecke dienen soll, die Insassen zu quälen.

Im laufe der nächsten Tage fand ich auch heraus, warum die Mitinsassen alle so krank auf mich wirkten: die waren durch die "Nebenwirkungen" von diesem "Hide all" total entstellt. Bei mir bewirkte es, daß ich meinen Kopf aufgrund von krampfartigen Verspannungen immer total schräg halten musste, nervöse Zuckungen bekam, und auch sonst nur mit Mühe meine Körperkoordination auf die Reihe bekam.

In diesem Zustand wurde ich dann Tage später dem zuständigen Richter vorgeführt. Durch die Anspannung steigerten sich dabei die "Nebenwirkungen" so stark, daß die Ärzte mir ein Gegenmittel verabreichten. Dennoch habe ich wieder ganz erhlich, offen, und so gelassen wie möglich über meine Problem Auskunft gegeben. Der Richter gestikulierte, daß mein Vortrag schon irgendwie überzeugend rüberkam, aber es war wohl bereits beschlossene Sache, daß ich die 6 Wochen dableiben muss.

Nach einigen weiteren Tagen mit diesen "Nebenwirkungen" und den Mitinsassen (die vom Pflegepersonal alle wie Vieh behandelt wurden) ging es dann auf eine andere Station mit etwas mehr "Programm" (mehr Patienten, im Schnitt vielleicht 15 Minuten täglich EInzelgespräche mit Psychologen, Ärzten usw.), Beschäftigungsangebote (Korbflechten, später auch "Büro-Arbeitsplatzsimulationen"), sowie später Ausgang mit theoretischen Fluchtmöglichkeiten.

Auch hier bekamen fast alle "Patienten" dieses Haloperidol, und waren entsprechend durch. Gelegentlich brach mal jemand auf dem Gang zusammen, oder es saß jemand komplett unansprechbar zugedröhnt im Aufenthaltsraum rum. Irgendwann legte ein Mitinsasse ein Feuer in der Toilette.

Bei mir zeigte das "Medikamt" weiterhin keine Wirkung ausser den "Nebenwirkungen". Nichtmal das. Dabei hatte ich doch schon von Anfang an erklärt, daß mir mit einer Beseitigung der "Halluzinationen" gar nicht wirklich geholfen wäre. Das ist, wie ich im Laufe der Zeit herausfand, offiziell die erwünschte Wirkung des Medikamts, daß Hallus beseitigt werden.

Als die 6 Wochen um waren, kam ich mit dem Deal, weiter mit einem ähnlichen Medikamt in geringerer Dosierung ambulant behandelt zu werden ("Depotspritzen"), dafür Verzicht auf einen weiterern "Beschluss" frei. Das habe ich wie vereinbart genau 6 Monate mit mir machen lassen (mit einigermassen erträglichen "Nebenwirkungen" aber weiterhin keinerlei "Wirkung"). Beim letzten ambulanten Termin haben die Ärzte dann noch versucht, mich wieder dazubehalten, aber ich bin dann natürlich gegangen, als klar wurde, daß weitere richterliche Beschlüsse erstmal nicht folgen würden.

Also die Nebenwirkungen von diesem Medikament sind schon echt derb. Nicht so heftig, daß man das Medikament nicht nutzen könnte, wenn es denn hilfreich ist. Es löst ja eher nicht, zumindest eher nicht direkt Schmerzen aus, Aber eben (individuell, und sicherlich auch Dosierungsabhängig) durchaus so krass, daß das eine echte Gewaltandrohung bedeuten kann. Kannst Dir ja mal den wiki-Artikel dazu durchlesen.

Und so ist das weiterhin hier: Wer sich nicht regelkonform genug verhält, der landet entweder im Gefängnis oder in der Psychiatrie. In letzterer wird man dann i.d.R. mit diesem Medikament gequält. Sicherlich oft, bis ausgesagt wird, daß dank des Mediakments eine Heilung eingetreten sei (wobei ich keine Zweifel daran habe, daß es wirklich vielen tatsächlich hilft, es wird oder wurde zumindest ja durchaus auch völlig freiwillig eingenommen).

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egozentrum
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Re: Kampf gegen Rechtsradikale durch Flyer drucken?

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 05.12.11 08:56

Der Vollständigkeit halber dann jetzt auch noch zu Gefängnissen:

Also ich war wie gesagt 11 Wochen in U-Haft (war bedingt durch die Wehrpflicht, will ich jetzt nicht näher drauf eingehen, das Verfahren wurde jedenfalls später eingestellt).

War ein siffiger Altbau, effektiv ein Durchgangslager, primär für Gefangene mit nahendem Gerichtstermin. 23 Stunden täglich Einschluss (1 Stunde Hofgang). 2er Zellen. Wie gesagt, U-Häftlinge dürfen die Aussenwelt nicht kontaktieren (u.U. aber Besuch empfangen). Nichtmal den Anwalt (das wurde zugesagt, aber verschlonzt). Transport habe ich zum Glück nicht miterlebt, läuft jedenfalls inetwa nach dem Schema, daß ein einzelner, enger Bus wöchentlich nacheinander alle Gefängnisse des Bundeslandes einmalig anfährt (und zu trinken bekamen die abzutransportierenden Gefangenen schon bei der Mahlzeit vor der Abfahrt nicht mehr).

Fliessend Wasser/Klo war vorhanden, Müllentsorgung allerdings nur allenfalls wöchentlich möglich. Geschirrspülen im siffigen Waschbecken mit kurzem Wasserhahn. Schlechte Versorgung mit Reinigungsmitteln. 'nen Fernsehapparat hätte man aber beantragen können.

Von daher: Sollte es in einem Gefängnis kein fliessend Wasser geben, ist eine lediglich tägliche Eimerentsorgungsmöglichkeit irgendwie fast klar. Wie oft denn sonst?

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Basti
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Re: Kampf gegen Rechtsradikale durch Flyer drucken?

Ungelesener Beitragvon Basti » 05.12.11 09:48

@egozentrum: Es wurde dir schonmal gesagt, hör bitte auf, ständig Mehrfachpostings zu schreiben. Überleg dir halt vorher besser was du schreibst oder benutz die Editierfunktion. Es nervt tierisch.

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Re: Kampf gegen Rechtsradikale durch Flyer drucken?

Ungelesener Beitragvon Karat » 05.12.11 18:52

Knast ist wohl nirgends so toll, nur hier geht es nicht um Vergleiche, wo es nun schlimmer war. Es sollten Jugendliche an KZs und Ähnliches herangeführt werden, wenn möglich Berichte von Zeitzeugen dazubekommen. Die Gefängnisse der DDR sind von der Stasi ab 1951 einfach von den Russen übernommen worden und spiegeln sehr eindringlich wider, was dort geschehen ist.

Nehme mal an, dass du gewußt hast wo du warst, trotzt allem. Und nicht jahrelang Tag für Tag gewartet hast, ob irgendetwas geschieht, das dir endlich Klarheit verschafft, wo du überhaupt bist, was dir vorgeworfen wird und wann und ob du jemals deine Familie wiedersiehst.

Eine Pritsche aus Holz (keine Sprungfedern) ein Tisch ein Schemel, ein Eimer sonst nichts, kein Buch, kein Fernsehn niemand mit dem man reden kann und das jahrelang. Deshalb das Beispiel der DDR Gefängnisse, mit noch lebenden Zeitzeugen, die selbst die Führungen machen, weil solches wohl im Westen nicht ganz so war, jedenfalls wußte ein Häftling wenigstens warum er inhaftiert war und auch wo er war und wann das Ganze ein Ende haben würde.

Einfache Berichte sind so weltfremd und kaum nachvollziehbar, wenn man entsprechende Einrichtungen nie gesehen hat, denn für die Jugendlichen ist das alles Gestern, also Geschichte und das kann man ihnen auch nicht verübeln es ist einfach so.
Deshalb geht darum ihnen damit nahezubringen, wo Menschenverachtung enden kann, damit sie nicht blind irgendeinem dahergelaufenen "Volk" hinterherrennen und auch noch glauben was da "gepredigt" wird.
Fühle die Würde eines Kindes, fühl dich nicht ihm überlegen, denn du bist es nicht.

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Re: Kampf gegen Rechtsradikale durch Flyer drucken?

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 05.12.11 20:54

Karat hat geschrieben:Knast ist wohl nirgends so toll, nur hier geht es nicht um Vergleiche, wo es nun schlimmer war.


Sollte es nicht, eben.
Darum geht es aber, wenn man Dinge so darstellt, wie Du es tust.

Karat hat geschrieben:Es sollten Jugendliche an KZs und Ähnliches herangeführt werden, wenn möglich Berichte von Zeitzeugen dazubekommen.


Ich sehe es eigentlich eher so, daß man sich sowas ansehen können sollte, wenn man sich speziell dafür interessiert.

Karat hat geschrieben:Die Gefängnisse der DDR sind von der Stasi ab 1951 einfach von den Russen übernommen worden und spiegeln sehr eindringlich wider, was dort geschehen ist.


Klar.

Karat hat geschrieben:Nehme mal an, dass du gewußt hast wo du warst, trotzt allem.


Hm, ja, weils im Zentrum meiner Heimatstadt war.

Karat hat geschrieben: weil solches wohl im Westen nicht ganz so war, jedenfalls wußte ein Häftling wenigstens warum er inhaftiert war und auch wo er war und wann das Ganze ein Ende haben würde.


Nö. Auch heute noch nicht jeder. Ich hatte z.B. zwar 'den Haftbefehl in meiner Zelle rumliegen, in welchem ein Vorwurf ausformuliert war, aber der war ja nun, wie sich aus der Tatsache der späteren Verfahrenseinstellung recht deutlich ergibt, nicht haltbar.

Das war eine reine Willkürmassnahme, und ich konnte überhaupt nicht wissen, ob und wann die mal endet. In einem Brief vom Landgericht hiess es z.B., es könnten wohl 8 Jahre werden. Und da ich schon Psychiatrieerfahrung hatte, hätte es auch gut sein können, daß die Schuldunfähigkeit feststellen, und ich wieder in der Zwangspsychiatrie lande, und zwar auf völlig unbestimmte Zeit, wie das in solchen Fällen nunmal ist.

Karat hat geschrieben:Deshalb geht darum ihnen damit nahezubringen, wo Menschenverachtung enden kann, damit sie nicht blind irgendeinem dahergelaufenen "Volk" hinterherrennen und auch noch glauben was da "gepredigt" wird.


Da wird teils gepredigt, das sei alles von den Aliierten veranstaltete Lüge, die dann sicherlich auch die Ausgestaltung der Räumlichkeiten beinhaltet.

Und ganz allgemein werden Menschen nicht dadurch menschlich, daß man ihnen die Scheusslichkeiten der Menschheit präsentiert.

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Re: Kampf gegen Rechtsradikale durch Flyer drucken?

Ungelesener Beitragvon Karat » 10.12.11 19:05

egozentrum hat geschrieben: Und ganz allgemein werden Menschen nicht dadurch menschlich, daß man ihnen die Scheusslichkeiten der Menschheit präsentiert.


Natürlich nicht, aber sicher auch nicht dadurch, dass man so tut als sei nichts gewesen.

Der Mensch ist nun mal so gestrickt, dass er eher glaubt, wenn er sieht, als wenn er von einer Sache hört. Man kann niemanden zwingen sich das anzusehen, aber durch Gespräche der Eltern mit ihren Kindern wird vielleicht Interesse wach, so dass man den einen oder anderen dazu bringt sich so ein Lager mal ansehen zu wollen.

Folge ist doch dass, einige, sicher nicht alle, begreifen oder zumindest eher einfühlen können was da einst geschehen ist.

Wir können auch aufhören das Papier hier vollzuschreiben. Der Themenstarter @Pulle druckt scheinbar schon, jedenfalls scheint ihn das hier nicht weiter zu interessieren. :wink: ( letzter login am 19.11.11 )
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Re: Kampf gegen Rechtsradikale durch Flyer drucken?

Ungelesener Beitragvon zappa » 11.12.11 17:31

Karat hat geschrieben:Der Mensch ist nun mal so gestrickt, dass er eher glaubt, wenn er sieht, als wenn er von einer Sache hört.

sieht man ja bekanntlich am deutlichsten bei den gläubigen. :wink:

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Re: Kampf gegen Rechtsradikale durch Flyer drucken?

Ungelesener Beitragvon *Roboter* » 11.12.11 23:45

zappa hat geschrieben:
Karat hat geschrieben:Der Mensch ist nun mal so gestrickt, dass er eher glaubt, wenn er sieht, als wenn er von einer Sache hört.

sieht man ja bekanntlich am deutlichsten bei den gläubigen. :wink:


Seeing is believing!

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zappa
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Re: Kampf gegen Rechtsradikale durch Flyer drucken?

Ungelesener Beitragvon zappa » 17.12.11 13:51

*Roboter* hat geschrieben:Seeing


is misleading... kontert da der rtl geplagte. :weed:

Christian2
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Re: Kampf gegen Rechtsradikale durch Flyer drucken?

Ungelesener Beitragvon Christian2 » 20.12.11 17:51

Ich glaube, man muss die Jugendlichen zum Denken anregen. Sie müssen Hintergrundwissen zu dem Thema haben und nicht auf die rechten Parolen wie "die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg" reinfallen. Dafür ist eine Informationsveranstaltung sehr gut, ein Vortrag allerdings zu fade. Vielleicht eine Projektwoche oder so, wo man mit den Kids verschiedene Aktionen macht oder auch Filme schaut. Ich denke, dass der Geschichtsunterricht und der Politische Bildung Unterricht da auch mit herangezogen werden könnte.

Dude
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Re: Kampf gegen Rechtsradikale durch Flyer drucken?

Ungelesener Beitragvon Dude » 13.04.12 17:17

Ich kram das nochmal hervor, denn ich habe in anderem Zusammenhang einen Kommentar auf Zeit.de gelesen, der hier auch absolut passt. Ich musste sofort an dieses Thema denken. Er drückt das, was ich sagen wollte noch viel treffender aus:

"Der Mensch muss ,,Nein" zum Extremismus sagen - nicht, weil er von ihm fern gehalten wird - sondern eben weil er ihn hört."

Das heisst jetzt freilich nicht, dass Kinder nicht geschützt werden sollten, aber es bekräftigt, wie viel wichtiger eigenständige Evaluation gegenüber vorgeschriebener Abneigung ist.
From what I've tasted of desire,
I hold with those who favor fire.
But if I had to perish twice,
I think I know enough of hate
To say that for destruction ice
Is also great.
And would suffice.

Volvobenn
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Re: Kampf gegen Rechtsradikale durch Flyer drucken?

Ungelesener Beitragvon Volvobenn » 15.09.12 12:51

Dem kann ich nur zustimmen !

Aber es ist auch nicht gerade leicht für viele jugendliche, die mangels Perspektiven für die Zukunft nach einem schuldigen an ihrer Situation suchen.
Da bieten sich Einwanderer und Leiharbeiter aus dem Ausland "leider" nur zu gut an.
Ich kann schon verstehen, das der ein oder andere dann nicht gut auf gewisse Gruppen zu sprechen ist und dann "empfänglicher" für solche Werbeversuche ist.
Aber letzten Endes muß man selbst "nein" dazu sagen und weder Eltern, noch Schulde etc. sollten einen dazu drängen, eine vorgefertigte Meinung an zu nehmen !

Ein bekannter von mir war auch nicht gut auf ausländische Mitbürger zu sprechen, da er mit diesen auch "schlechte Erfahrungen" gemacht hatte (die üblichen, sich cool und stark fühlenden Türken z.B.) aber seitdem er in der selben Firma arbeitet, hat sich diese Meinung auch stark geändert. Es ist halt auch oftmals Ausschlaggebend, welche Eindrücke man von diversen Menschen vermittelt bekommt.
Ich finde es zwar auch nicht wirklich angenehm, meine Situation betreffend, das "jeder" hier in dem Land an Petitionen teilnehmen kann, auch wenn er erst seit 2 Wochen hier lebt und somit sich in unsere Gesetze einmischen kann, aber das hat ja nichts mit den Menschen an und für sich zu tun, sondern schuld daran (an solchen Lücken) ist unserer Staat.
Und ich sehe auch oft (gerade am Arbeitsplatz), das ausländische Arbeiter oftmals besser behandelt werden und auch mehr dürfen als wir deutschen.. ich bin für eine Gleichberechtigung, aber nicht für eine Bevorzugung, denn eine solche führt letzten Endes dann nur zu Hass und Abneigung in meinen Augen.

Klapsenkind
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Re: Kampf gegen Rechtsradikale durch Flyer drucken?

Ungelesener Beitragvon Klapsenkind » 27.10.12 20:35

Ich halte es für gefährlich, den Kampf gegen den Rechtsradikalismus zu populistisch zu gestalten. Manchmal erinnert mich der Kampf gegen Rechts an eine Hetzjagd. Dabei sind viele Rechtsradikale nicht gefestigt. Wenn man sie isoliert, treibt man sie darum weiter in den Rechtsradikalismus, als sie es bisher waren. Wahrscheinlich wäre es besser, wenn Jugendliche, die rechte Sprüche klopfen, psychologische oder sozialpädagogische Unterstützung bekämen, bevor sie ein fester Bestandteil der rechten Szene werden. Gegen den Rechtsradikalismus sollte gekämpft werden, aber nicht so sehr gegen die rechtsradikalen Menschen, denn das könnte kontraproduktiv sein.

wham
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Re: Kampf gegen Rechtsradikale durch Flyer drucken?

Ungelesener Beitragvon wham » 16.02.13 15:08

Der Rektor kann nichts tun? Das ist für mich nur eine Ausrede. Es gibt mobile Beratungsteams, die in die Schulen kommen und mit den Jugendlichen arbeiten, oder Eltern beraten und es gibt Fördermittel um Gruppen und Projektarbeiten zu ermöglichen, selbst ohne das Ganze kann man einen Projekttag zu dem Thema durchführen. Aufklärung ist hier der beste Weg. Das Schlimmste was man machen kann, ist den Rechten das Feld einfach so zu überlassen.


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