Mein Partner ist schizoid!

Das Meinungsforum. Hier werden Themen diskutiert, die nicht mit Domian in Verbindung stehen, allerdings in der Mehrzahl ernsthafter Natur sind, z.B. aktuelle Geschehnisse.
Heinz

Ungelesener Beitragvon Heinz » 17.06.07 22:21

Hallo Connie!

Ja, ich denke, das ist es wirklich.. sie denken anders und vor allem auf sich fixiert und tun deshalb vieles unbewusst.
Ich denke, eine Freundschaft zu solchen Menschen kann durchaus möglich und auch sehr langjährig stabil sein. Was Liebesangelegenheiten angeht, finde ich, gibt es nur den Weg, in Zukunft bei neuen Partnern wieder und wieder hinzuschauen, ob derjenige vll mehr oder minder schizoid ist.
Ich für meinen Teil würde augenblicklich per Kopfentscheidung eine solche Beziehung beenden, um nicht mehr in diese Lage zu geraten. Weniger aus der Schwäche heraus, damit nicht umgehen zu können, als vielmehr, weil ich mir zu schade wäre, mich auf so egoistische Weise benutzen zu lassen, wie man ein Werkzeug aus der Werkbank gebraucht.

An deiner Stelle würde ich auch offen für eine Freundschaft sein. Immerhin seid ihr in gewisser Weise scheinbar doch fair miteinander umgegangen. Und wenn das Gegenüber einfach überfordert ist mit der Sache, dann kann man ihm das ja nicht gleich ankreiden.
Meine Grundeinstellung zum Umgang mit anderen Menschen ist, daß man mit fast jedem eine vernünftige Basis finden kann, wenn es gelingt, die passende Distanz zu ihm zu bekommen. Auch wenn diese Distanz eben bisweilen extrem groß werden muß *gg*
Damit bin ich all die Jahre immer sehr gut gefahren..

LG
Heinz

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egozentrum
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Ungelesener Beitragvon egozentrum » 18.06.07 03:32

Heinz hat geschrieben:Ich für meinen Teil würde augenblicklich per Kopfentscheidung eine solche Beziehung beenden, um nicht mehr in diese Lage zu geraten. Weniger aus der Schwäche heraus, damit nicht umgehen zu können, als vielmehr, weil ich mir zu schade wäre, mich auf so egoistische Weise benutzen zu lassen, wie man ein Werkzeug aus der Werkbank gebraucht.

Daß diese Frau für dich nix war, glaub' ich Dir.

Egoismus ist aber eher keine schizoide Verhaltensform. Ist nicht gerade das der schizoide "Trick", sich egozentrisch zu geben, und Belange des Gegenübers der rationalen Bewertung zuzuführen?

Heinz hat geschrieben:An deiner Stelle würde ich auch offen für eine Freundschaft sein. Immerhin seid ihr in gewisser Weise scheinbar doch fair miteinander umgegangen. Und wenn das Gegenüber einfach überfordert ist mit der Sache, dann kann man ihm das ja nicht gleich ankreiden.


Das wär' aber 'ne recht dürftige Basis für eine Freundschaft. Mit dem Argument "sie wissen nicht, was sie tun" versuch' ich immer, mir die Mitmenschen schönzureden. Das klappt zwar teilweise ganz ordentlich, aber in Richtung Freundschaft steht da dann natürlich erstmal 'ne fette Mauer.

Heinz hat geschrieben:Meine Grundeinstellung zum Umgang mit anderen Menschen ist, daß man mit fast jedem eine vernünftige Basis finden kann, wenn es gelingt, die passende Distanz zu ihm zu bekommen. Auch wenn diese Distanz eben bisweilen extrem groß werden muß *gg*
Damit bin ich all die Jahre immer sehr gut gefahren..


Ja, aber muss ja nicht. Freundschaften dürfen auch gerne einigermassen easy auszustehen sein, was ein ehemals zum Partner selektierter Mitmensch natürlich nicht unbedingt zu bieten haben muss.

Connie

Ungelesener Beitragvon Connie » 18.06.07 15:25

Hallo Heinz, Hallo Eogzentrum,

fair miteinander umgegangen, hat nur funktioniert, weil ich ihn fast nie gedrängt habe, ihm Zeit gelassen habe auf mich zuzukommen und in Situationen, wo er mit seiner zynischen Art mich ordentlich verletzt hat, ich mich irgendwann gezwungen habe, erst einmal durchzuatmen und das nicht als bewußter Angriff auf mich zu sehen. Ich also realtiv normal geantwortet habe und sich manches so nicht hochschaukeln konnte.

Überfordert ist untertrieben, nicht möglich ist richtig/nicht in der Lage.

Egoistisch/egozentrisch, äußerlich ja sieht so aus, aber nur, weil alles mit dem Verstand erklärt werden muß, sprich Schema F. Alle anderen Schemas sind gefährlich und somit nicht lebbar. ja Egozentrum stimmt

Freundschaft sehe ich auch kritisch, auf der einen Seite ja entspannnter als Partnerschaft. Wenn er von sich aus mir Freundschaft anbietet, hat ihm alles ja doch etwas bedeutet. Auf der anderen, wir haben eine gemeinsame Vergangenheit. Das wir die ganz vergessen könnnen, ist nicht möglich. Bisher war ich aktiv (habe ihn angerufen, Mails geschickt, ...). Er passiv. Das sich das jetzt ändert, will ich erst sehen. Mich von ihm benutzen lassen und mich aufopfern das will ich nicht. Zumindest bin ich sehr gespannt wie es weiter geht.

Grüße Connie

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Ungelesener Beitragvon egozentrum » 18.06.07 15:52

Ja, klingt gut. Vielleicht kannst Du noch versuchen, dieses Abwarten nicht irgendwann künstlich gescheitert zu nennen. Der ist ja da noch irgendwo, und wird wahrscheinlich, wie Du schon schriebst, auch in ferner Zukunft immer wieder mal an Dich denken.

Connie

Ungelesener Beitragvon Connie » 18.06.07 16:15

Ach Egozentrum,

ich habe tief durchgeatmet. Sollte mich das verletzten und warum?

Kann man eine Beziehung, die schon am Anfang nicht zustande kommen kann, als künstlich gescheitert ansehen?

Ich habe ihm schon gesagt, dass das für ihn gefährlich ist. Meine Liebe besteht weiterhin und ich werde immer bestrebt sein, ihn zu verändern. Werde also vermutlich auf lange Zeit noch der aktive Part sein.
Wenn er den Kontakt zu mir suchen wird, dann wahrscheinlich nur, wenn er ein Einsamkeitsloch hat und dieses nicht anders gestopft bekommt. Das das seltene Momente sein werden ist mir klar.

Noch Anmerkungen oder Fragen?

Connie

Heinz

Ungelesener Beitragvon Heinz » 18.06.07 18:01

Na sicher ist der egoistische Eindruck Fassade. Mir ja auch klar, mittlerweile..
Nur: Wer Egoismus vortäuscht, muß damit rechnen, wie ein Egoist behandelt zu werden. ^^
Und auf unendliche Rücksichtnahme kann man auch nicht hoffen, wenn mir wer ans Leder geht..

Sicher.. ich meinte das auch auf dieses Beispiel bezogen.. Connies Partner hat ja offen zugegeben, daß er damit nicht umgehen kann. Das ist ehrlich und offen. Und vor allem nicht verhöhnend, auslachend und rücksichtslos.
So gesehen ist es für die Beziehung schade, aber die beiden haben dennoch den Respekt voreinander bewahrt. Aus der Position heraus lässt sich meiner Meinung nach durchaus eine Basis für eine Freundschaft gründen.

Deinen dritten Absatz zu oben hab ich nicht ganz verstanden, muß ich zugeben :oops:

Connie, wenn du weiterhin versuchen wirst, ihn zu verändern, wirst du ihn auf Dauer in die Defensive gedrängt halten.. Es wird ihm Angst machen und ihn erzürnen, daß du ihn nicht annimmst.. Ich fürchte, das könnte noch viele Probleme bei euch geben. Zudem: Wenn du eine Freundschaft willst, mußt du deine Liebe zu ihm gehen lassen.. Es wird dir nur zu weh tun. Wirklich!

Connie

Ungelesener Beitragvon Connie » 18.06.07 20:25

Egozentrum
nochmal zu vorherigem
die nackte Wahrheit klingt für mich eiskalt, verletzend und brutal,
du siehst die Tatsachen ohne irgendwelche Nebensächlichkeiten, ohne Vorwurf von mir - ist bei dir einfach so. Wäre schöner, wenn du das zarter verpackst, da das dann der Anfang von Streitereien ist.

Heinz
ihn verändern steht mir nicht zu, wenn dann die Muse, die wachküsst.
Liebe ist für mich der Antrieb, ihn bei einer Veränderung zu begleiten, aber mir ist klar, das das schwer ist und am Ende schon gar nicht Liebe für mich stehen muss. Geschweige denn, ihn zu einer Veränderung anzuregen.
Ich habe den Punkt mit den größten Schmerzen als Tiefpunkt gesehen und alles was sich anschließt als Weg nach oben.
In der Defensive ist er schon lange, ihn dort herauszulocken, ist mir noch nicht gelungen. Mir vertrauen kann er nicht/nur schwer.

Connie

Heinz

Ungelesener Beitragvon Heinz » 18.06.07 21:19

Ich glaube.. wenn ich an meine Erfahrungen denke.. daß das Herauslocken nicht funktionieren wird.. Locken wird bereits als Manipulation aufgefasst.

Andererseits sagt man schizoiden Menschen nach, daß sie immer mal wieder von alleine ankommen. Vll mußt du nur so einen Moment abwarten. *schulterzuck*
Ich sehe (oder sah es) wie du.. ich wollte auch da sein und ihr helfen sich selbst zu überwinden, zu wachsen und sich zu entfalten. Ich hätte es aus Liebe getan. Nur mußte ich für meinen Teil einsehen, daß dies nicht gewünscht wurde.
Ich denke.. der entscheidende Punkt, den du deinem Partner versuchen mußt ins Hirn zu rammen, ist, daß du ihm helfen willst, sich selbst zu finden und nicht das geringste Interesse hat, seinen Charakter nach deinen Wünschen zu formen.
Wenn dir das gelingt, kann es weitergehen..
Aber ich behaupte mal ganz pessimistisch, daß er diese Hürde nicht nehmen kann.

Wie schauts aus? Oft haben schizoide eine extrem heftige Bindung an ein oder mehrere Geschwister.. wenn das bei deinem Partner so ist, vll hilft dir ein Gespräch mit denen weiter!?

Connie

Ungelesener Beitragvon Connie » 18.06.07 21:58

Meine Angebote zur Veränderung liegen alle vor dem Freundschaftsangebot. Er weiss was ich will und ich habe ihm im letzten Gespräch das auch noch mal erklärt. Seinen Charakter kann ich nicht ändern. Kann man eigentlich bei niemandem. Sein durch die Angst bestimmtes Verhalten macht mir Probleme.

Seine Geschwister will ich nicht mit einbeziehen. Das sieht mir nach Manipulation aus.

Ab einem bestimmten Punkt ist er nicht mehr auf mich zugekommen. Gesagt hat er mir im nachhinein, dass er geglaubt hat ich sei ihm nicht so wichtig. Ich wiederum, ich gehe ihm auf die Nerven und habe dann locker gelassen. So daß auch große Zeitlücken entstanden sind.

Connie

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Ungelesener Beitragvon egozentrum » 18.06.07 22:08

Connie hat geschrieben:In der Defensive ist er schon lange, ihn dort herauszulocken, ist mir noch nicht gelungen.

Mir vertrauen kann er nicht/nur schwer.


Was meinst denn konkret? Wo ist denn sein auf dich gerichtetes Vertrauen unterbelichtet?

Bisher hast Du ja irgendwie nur geschrieben, daß der meinte, einfach nicht zu wollen. Das kann mir als aussenstehendem natürlich auch nur nachvollziehbar erscheinen, ich habe ja schliesslich auch nicht den Plan, Dir irgendwelchie überproportional viel Vertrauen angedeihen zu lassen, und habe natürlich auch schon oft die Erfahrung gemacht, daß ich auch meine Fähigkeit, konkreten Menschen zu vertrauen, falsch eingeschätzt habe, oder andersherum: daß mein Vertrauen unangemessen war.

Aber Dir geht es ja sogar um eine Liebesbeziehung. Und da tauchen dann doch noch ganz andere Faktoren auf, bspw. sexuelle Attraktion und/oder die Bereitschaft, zusammen zu wohnen, jedenfalls viel Zeit miteinander zu verbringen. Sind doch beides Faktoren, die regelmässig völlig falsch eingeschätzt werden.

Du schreibst, daß Du ihn liebst. Ok, aber das gleiche sagt fast jeder Mensch irgendwann. Meist ist das dann aber ja letzlich doch bloss irgendein anspruchsarmes Verliebtsein, welches dazu herhalten muss, die Einschätzung zur Frage, inwieweit man überhaupt zusammen passt, zu beschönigen.

Kann durchaus auch sein, daß Du all diesen Wahrscheinlichkeiten zum Trotz eure langfristig angelegte Bereitschaft, euch aufeinander einzulassen richtig einschätzt, und er sich das nur einbildet, daß das mit euch nicht klappen kann. Aber dann hilft Dir Angst vor Angst vor Beeinflussung sicher nicht weiter.

Connie

Ungelesener Beitragvon Connie » 20.06.07 21:44

Vertrauen: Dinge die ihn festhalten, mir zu erklären, so daß ich versuchen kann, ihn zu verstehen. Vieles bleibt offen, mit Entscheidungen hat er es nicht so.

Da ich mir schon so einiges angetan habe, glaube ich nicht an Verliebtsein. Wenn mehr daraus wird, müssen wir sehen, ob der Alltag dem Stand hält.

Connie

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Ungelesener Beitragvon egozentrum » 21.06.07 00:18

Connie hat geschrieben:Vertrauen: Dinge die ihn festhalten, mir zu erklären, so daß ich versuchen kann, ihn zu verstehen. Vieles bleibt offen, mit Entscheidungen hat er es nicht so.


Entscheidungen sind auch doof, zumidest wenn die Fragestellung doof ist, und die Entscheidung dann vermeidbare Einschränkungen zur Folge hat. Doof ist allerdings auch, wenn man, weil man Entscheidungen doof findet, auf nötige Entscheidungen verzichtet (geh' ich jetzt einkaufen, oder bestell' ich später 'ne Pizza? Verschlafen, Hunger sobald es zu spät für beides ist).

närrin

Re: Mein Partner ist schizoid!

Ungelesener Beitragvon närrin » 18.12.07 23:00

Hallo,

bin neu hier. Habe gerade die "Leidensgeschichten" gelesen und bin erstaunt, wie viel ein Partner offensichtlich bereits ist zu ertragen. Hier meine persönliche story, vielleicht fällt Euch ja was ein. Wär schön, die Situation belastet mich nämlich sehr und ich habe ms und sitze fast im Rollstuhl- der Streß wirkt sich aus.....Hatte eine "Affaire" mit meinem Chef, der ist laut seinem Arzt schizoid. Für mich war er die einzige Person, der ich mich anvertraut habe, dem ich vertraut habe, hatte ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und unerklärlicher Verbundenheit. Nichts Banales, sondern etwas Besonderes, für das man alle starren Regeln, die sonst für ihn wichtig sind, über Bord schmeisst. Auch die, seine Partnerin nicht zu belügen. Es war schön - bis er anfing, mich zu verletzen, insbesondere mit so Sprüchen wie "ich werde Deinen Rollstuhl nicht schieben, sei Dir dessen bewusst." Ich konnte diesen Widerspruch zwischen Nähe und Wichtig- sein und den anderen "verrecken" lassen nicht ertragen. Gerade, weil es mir zusehends schlechter ging, hätte ich mir gewünscht, dass er mich irgendwie unterstützt und mich nicht wegstößt. Nach 1, 5 Jahren bin ich dann ausgeflippt, habe ihn übel beleidigt und war dann lange krank. Jetzt sprechen wir quasi nicht mehr miteinander und er sagt, er hätte mein wahres Gesicht gesehen und fände mich furchtbar. Er hätte niemals mehr als eine fremde Vertrautheit, eine vertraute Fremdheit zu mir gewollt. Und mir tut alles nur weh, ich kann nicht begreifen, wie ich ihm so gleichgültig sein kann, wie er mich absichtlich vereltzt und in Kauf nimmt, dass es mir dadurch noch schlechter geht. Er sagt jetzt, er gaubt eh nicht, dass ich noch lange arbeiten kann, wann ich denn einen Rentenanspruch hätte. Ich bin 30!Ich brauch noch 3 Jahre, sonst kriege ich kein Geld. Ich kann auch noch arbeiten, brauche aber was, um nicht verrückt zu werden. Was mein ihr, reagiere ich zu empfindlich? Seht Ihr eine Chance, dass er sich noch einmal ändert? Hier sind wohl eher die mit eigenen schitzoiden Tendenzen gefragt. Ich muss mit ihm auskommen-wie stelle ich es an? Danke für Eure Tipps.

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Re: Mein Partner ist schizoid!

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 21.12.07 23:47

närrin hat geschrieben:Für mich war er die einzige Person, der ich mich anvertraut habe, dem ich vertraut habe, hatte ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und unerklärlicher Verbundenheit.


Ok.

närrin hat geschrieben:Auch die, seine Partnerin nicht zu belügen.


Und wie hast Du das aufgenommen? Ich meine, als angehender Freund versucht man doch eher, sich in das Umfeld des anderen zu integrieren. Bei Dir klingt es aber fast so, als wenn Du das als "liebesbeweis" interpretierst.

närrin hat geschrieben:Ich konnte diesen Widerspruch zwischen Nähe und Wichtig- sein und den anderen "verrecken" lassen nicht ertragen. Gerade, weil es mir zusehends schlechter ging, hätte ich mir gewünscht, dass er mich irgendwie unterstützt und mich nicht wegstößt.



Das ist aber seine Entscheidung, und Du kannst wahrscheinlich nicht wirklich wollen, daß er die an deiner Hilfsbedürftigkeit festmacht.



närrin hat geschrieben:Seht Ihr eine Chance, dass er sich noch einmal ändert?


Wieso soll er sich denn ändern? Was ist denn mit ihm? Das konnte ich aus deinem Vorbringen noch nicht herauslesen. Ich habe nur gelesen, daß Du offensichtlich gekränkt bist. Ob das nun sein Fehler ist, ist für nicht zu erkennen. Ich meine, auf der einen Seite erwartest Du wahrscheinlich, daß Mitmenschen ganz normal mit deiner Behinderung umgehen können, als wäre die nicht vorhanden. Anderer leitest Du aber zumindest in seinem Fall auch aus normalen Umgang Verpflichtungen ab. Das finde ich auch beides so in Ordnung, aber da musst Du eben damit leben, daß deine Mitmenschen eben an normalem Umgang keine Versorgungsverpflichtungen eingehen möchten. Das hat er Dir auch anscheinend vorher gesagt, daß er quasi einfach "für Behinderte bzw. deren Versorgung keine Zeit hat", aber eben trotzdem versucht, ansonsten normal bis freundschaftlich mit Dir umzugehen. Ich sehe daran nichts verwerfliches, das ist nunmal nicht jedermanns Sache, mit Behinderungen anderer umzugehen.

närrin

Re: Mein Partner ist schizoid!

Ungelesener Beitragvon närrin » 22.12.07 14:52

Also, erstmal danke für die Rückmeldung. Zum Thema "Liebesbeweis": Wie gesagt ist er mein Chef, deshalb konnte ich damals gut verstehen, dass er sich in der Öffentlichkeit mit mir nicht sehen lassen konnte, außerdem war/ist er liiert. Er sagte mir, er könne sich nicht aus eigenem Antrieb trennen und würde das Spiel dann eher so weit treiben, bis sie sich trennt. Ich habe auch am Anfang gedacht es sei einfach (auch auf meiner Seite) eine merkwürdige Art von Freundschaft, aber jedenfalls eine, in der man zueinander steht und sich unterstützt. Ich habe mich deshalb nicht gewundert, dass er mich nicht in sein Leben integriert. Wir hatten ja viel zusammen und das reichte mir.

Versorgung Behinderter: Er hat mich ja als Behinderte kennengelernt und mir das Gefühl gegeben, es mache ihm nichts aus. Erwarten kann man es vielleicht nicht, aber wenn man denkt, jemand "liebt" einen (Liebe auch im Sinne von Freundschaft o.ä.,) dann verletzt es einfach, wenn derjenige sagt, er will "den Rollstuhl nicht schieben". Gerade, wenn eine Krankheit fortschreitet, hat man ja auch Angst vor Ausgrenzung und dass einen die Freunde hängen lassen. Kannst Du das nachvollziehen, dass so eine Äußerung verletzend ist? Es ist ja eine Ablehnung und Zurückweisung von einem Menschen, dem ich mich geöffnet habe und der mir sehr wichtig ist. Es war ein Riesenstich und ich habe mich entsetzlich gefühlt, weil er der einzige Mensch war, mit dem ich Stunden täglich verbrachte, der sich auch mir öffnete. Ich weiss ja -jetzt- dass diese Ambivalenz und das Zurückstoßen auch zum Krankheitsbild gehörden.

Sich ändern- ich meinte damit, ob er jemals wieder eine freundschaftliche Ebene zu mir finden wird oder ob jemand mit seiner Struktur nach einer Verletzung nie wieder auf den anderen zugeht. Ich finde es schrecklich, Angst vor weiteren verletzenden Äußerungen haben zu müssen, wann immer ich ihn dienstlich treffe und ich vermisse auch den kameradschaftlichen Austausch. Ich wäre bereit, irgendwie wieder auf ihn zuzugehen, um eine neue Ebene zu finden.
Ich fände es schlimm, wenn so gar nichts Positives übrig bleiben würde, obwohl ich ihn sehr mochte und er mich glaube ich auch- hat er jedenfalls gesagt. Aber ich weiß nicht, ob irgendeine Handlung von mir noch Sinn macht, ob er mich jetzt nicht nur noch hasst und ich ihn daher meiden muss. Ich finde so ein Klima schrecklich, schlimmer, als viel Arbeit. Aber wenn ich es nicht ändern kann, muss ich es akzeptieren. Ich überlege, ob ich noch mal auf ihn zugehen soll oder ob ich ihn dann nur nerve. Würde ein "Schizoider" auf mich zukommen, wenn er es wollte, so dass ich davon ausgehen kann, dass er es nicht will, wenn er es nicht tut oder würde er es auch dann nicht tun, wenn er es eigentlich wollte, so dass ich sinnvollerweise den ersten Schritt machen sollte, wenn ich etwas verändern will?


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