Warum es gut ist das es die "DDR" nicht mehr gibt

Das Meinungsforum. Hier werden Themen diskutiert, die nicht mit Domian in Verbindung stehen, allerdings in der Mehrzahl ernsthafter Natur sind, z.B. aktuelle Geschehnisse.
Gast

Ungelesener Beitragvon Gast » 31.10.04 19:16

Hallo,

es erschreckt mich etwas das es Menschen gibt die lieber in einer Diktatur leben möchten als in einer freien Nation. Ich habe einmal den Film "Der große Diktator" mir Charlie Chaplin gesehen. Am Ende des Filmes hielt er eine bedeutende Rede. Der Inhalt der Rede lautete: "Die Diktatoren möchten die Freheit für sich haben und sie ihren Volk vorenthalten." Wollen wir da leben? Nein!

Eine Diktatur mit menschlichen Gesicht gibt es nicht. Im 3. Reich ging es den Menschen so gut, weil das Regime die Menschen gewinnen wollte. In der DDR ging es den Menschen Gemütsmäßig nicht gut. Sie hatten Arbeit und Nahrung, aber hatten nicht die Freiheit zu sagen und zu machen was sie für richtig hielten. Jetzt haben sie die Freiheit, aber wollen zurück.

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D.Lynch
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Ungelesener Beitragvon D.Lynch » 01.11.04 05:00

@Bernd:
Um`s ganz klar zu sagen, ich bin kein Brecht - Fan. Ich hasse episches Theater. Aber ich halte Brecht auch nicht für ganz blöd.
Meine Kritik an dem Begriff Volk habe ich oben schon deutlich gemacht. Auch wenn Du sagst, daß Du gerne lügst, ändert das nichts an der Tatsache, daß die Deutschen im Gegensatz zu anderen Nationen nur eine ganz kurze Zeitspanne in der Geschichte (von 1870 bis 1945 ) ein " Volk " waren. Und in dieser Zeit fallen auch noch zwei von Deutschen mitverschuldete Weltkriege. Es gibt deutsche " Völker ", ja, die Holsteiner, die Niedersachsen, die Preußen, die Bayern, die Hessen, die Sachsen etc.etc. Aber es gibt keinen rationalen Grund, warum sich diese " Völker " wieder als ein Volk bezeichnen sollten. Preußen kommt von Reußen ( = Russen ), die Franken haben, wie der Name schon sagt, französiche Ursprünge. Ich finde es schön, daß wir alle in einer Nation leben können, aber das darf nicht dazu führen, daß wir uns für was besonderes halten. Wenn jetzt hier 1 Million Türken leben, dann ist das auch ein " Volk ", daß hier lebt und genausoviel Respekt verdient wie ein Bayer oder ein Sachse, der vielleicht zufällig im Ruhrgebiet wohnt. Und da sind meiner Meinung nach einige, die "Wir sind ein Volk" geschrien haben, verblendet worden.
Achtung!
Verfasser des oben stehenden Postings studiert im 15. Semester realitätsunabhängige Diplom-Theorie!

Bernd
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Ungelesener Beitragvon Bernd » 01.11.04 11:27

Hallo D.Lynch,
hättest Du meine Zeilen richtig gelesen, dann auch das
ich nicht geschrieben habe, " das ich gern lüge" (deine Worte)
ich lüge nicht.

Nur in diesem Fall als du Brecht das vom Volk "untergeschoben hast"
und nach diesem Ausspruch, habe ich geschrieben,
bin ich gern ein Lügner weil ich auch Volk sage und nicht rufe
"die Bevölkerung ist das Volk" oder, "Wir sind die Bevölkerung" u.s.w.

Ich kenne jetzt deine Einstellung zu dem Begriff , Volk.

Was aber sagst Du zu dem Ausspruch vom Brecht über die Regierung
und das Volk.
Der kürzeste Weg zwischen den Menschen ist ein lächeln .

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D.Lynch
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Ungelesener Beitragvon D.Lynch » 03.11.04 03:49

Das ist ja gerade damals Wahrheit geworden, daß hat der Kohl ja gemacht. Schon seit der BTW 1987 ging es mit Kohl bergab, und 1990 wär es für ihn völlig unmöglich gewesen zu gewinnen. Und da hat sich ja ein neues "Volk" ihm präsentiert. Und so blieb er an der Macht.

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Re: Warum es gut ist das es die "DDR" nicht mehr gibt

Ungelesener Beitragvon Redrain » 24.06.14 15:26

In Anbetracht der ständig laufenden Sendungen zum Themenkomplex "25 Jahre Mauerfall":

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Re: Warum es gut ist das es die "DDR" nicht mehr gibt

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 26.06.14 14:16

Mir fällt auf, daß Leute ausm Osten gar nicht mehr als solche auffallen. In den ersten Jahren, noch bis in dieses Jahrtausend hinein, gab es hier rgendwie eine Schwemme (das ist übertrieben, so viele Menschen waren es nicht) von wenig feingeistig auftretenden Ostlern (etwa dem stereotypen niedsersächsischen Bayern München Fan entsprechend).

Inzwischen ist (zumindest für mich) aber auch Westlern ihre Herkunftsregion nicht mehr anzusehen. Noch in den 90ern brauchte man regelmässig über Herkunftsregion gar nicht sprechen, die war gehäuft offensichtlich, und wurde dann nur zwecks Bestätigung der Statistik angesprochen.

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Re: Warum es gut ist das es die "DDR" nicht mehr gibt

Ungelesener Beitragvon Vera » 26.06.14 14:31

Also ich habe ja deutschlandweit zu tun und ich muss gestehen, dass ich nicht bei jeder einzelnen Person sagen kann, wo sie herkommt, dass ich in einer Gruppe aber durchaus Unterschiede in der Mentalität feststelle.

So wie ein Bayer anders ist als jemand aus NRW unterscheidet sich der Nord- vom Ostdeutschen. Und selbst wenn ich in Berlin bin, merke ich in der Gruppe schon, ob ich im Westen oder Osten bin, auch wenn ich beispielsweise beim Einkaufen oder in moderneren Hotels keine klaren Unterschiede mehr erkennen kann.
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Re: Warum es gut ist das es die "DDR" nicht mehr gibt

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 26.06.14 15:20

Stimmt, beim Reisen ist das anders.

Aber wenn ich mich hier in den Schlossgarten setze, mir die Erstsemester ansehe, und dann einfach mal rate, wo der jeweilige Student wohl herkommt, werde ich keinerlei erkennbare Trefferchance haben. Wenn ich nur zwischen "von nah" und "von fern" rate, werden objektiv in beiden durch das Raten entstandenen Gruppen gleiche Trefferanteile sein.

EDIT: welch schlampige Expermentbeschreibung. Gemeint waren z.B. nicht gleiche Trefferanteile, sondern gleiche Anteile von objektiv von weiter her oder von nah stammenden Leuten in beiden Gruppen.

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Re: Warum es gut ist das es die "DDR" nicht mehr gibt

Ungelesener Beitragvon Vera » 26.06.14 21:12

Das spiegelt ja auch meine Erlebnisse wider. Einzelne Leute sind nicht ihrem Wohnort zuzuordnen.


Welches ist dein Lieblingseis?
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Re: Warum es gut ist das es die "DDR" nicht mehr gibt

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 26.06.14 21:37

Äh, Vera, was hat denn mein Lieblingseis mit der DDR zu tun? Zweifellos wird man auch dort prinzipiell in der Lage gewesen sein, schmackhaftes Eis herzustellen.

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Re: Warum es gut ist das es die "DDR" nicht mehr gibt

Ungelesener Beitragvon Vera » 27.06.14 10:08

Ja egozentrum. Du hast Recht. Die Frage hätte ich mir an der Stelle wirklich sparen sollen und müssen. Peinlich. Tut mir leid.
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Re: Warum es gut ist das es die "DDR" nicht mehr gibt

Ungelesener Beitragvon Redrain » 28.06.14 15:59

Zunächst mal: Ist weiter oben nicht der stereotype Bayern-Fan aus der Niederlausitz gemeint?

Doch zum Thema: In der letzten Zeit sehe ich (zB durch die TV-Serie ""Weissensee") eine fortschreitende Verklärung der DDR. Dem solte Einhalr geboten werden.
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Re: Warum es gut ist das es die "DDR" nicht mehr gibt

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 29.06.14 23:07

Nein, ich meinte schon niedersächsische Bayernfans. Offiziell behauptet der stereotype niedersächsische Bayernfan, sich kaum für Fussball zu interessieren, und nur einfach wegen der guten Erfolgsaussichten für die Münchener zu sein. Tatsächlich tragen sie Jeansjacken mit Bayernaufnähern allerdings aus reiner Sparsamkeit auf.

Was für eine Verklärung meinst Du denn? Erfahrungsgemäss verwechseln viele Westdeutsche Berichte über die DDR mit Dokus vom Nazideutschland. Sowas?


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