Adoption....

Habt ihr etwas über Euch und euer Umfeld zu erzählen, Probleme oder Kummer? Schreibt es hier rein.
DieGeschlüpfte
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Adoption....

Ungelesener Beitragvon DieGeschlüpfte » 16.03.14 05:35

Ich finde es toll, dass Themen auf eine solche Resonanz hier stoßen.... mein kleines Problemchen mag vielen laidar erscheinen, aber.... ich schreibe einfach mal druaf los.... und hoffe dass ich eventuelle Fremdeinschätzungen einer Antwort näher bringen.
Also ich suche quasi nach einer Antwort für die ich die Frage nicht mal richtig kenne... bin halt adoptiert worden (im Säugling-Alter), hatte alles in allem eine schöne Kindheit (Alkoholismus meiner Adoptiv-Mutter mal ausgeblendet) und hab für mich nie in Frage gestellt, dass die Eltern bei denen ich aufgewachsen bin auch meine Eltern sind.
Im Nachhinein fehlte mir dort nur die Welt 'hinter dem Tellerrand'..... also dass mal in einem Bildchen gesprochen die Suppe in einem teuren Topf schlecht war und in den Müll muss war klar, warum die Suppe schlecht geworden ist, was drin war und mit welcher Mühe sie zubereitet wurde... das war uninteressant. Hauptsach der teure Topf hat danach wieder geglänzt.
Nun, als ich ca. 12 Jahre alt war erfuhr ich durch eine Freundin auf dem Schulweg, dass ich 'aus dem Waisenhaus' komme. Habe ich natürlich nicht geglaubt, es später meiner Mutter erzählt.... worauf ich abends 'ins Wohnzimmer kommen' sollte. Dort haben sie mir halt die Wahrheit erzählt.
Warum ich ohne irgendetwas erwähnenswertes empfunden zu haben sofort in Tränen ausbrach weiß ich bis heut nicht. Im selben Gespräch noch sagte mein Vater, dass ich BLOß nicht auf die Idee kommen solle rausfinden zu wollen, wer meine leiblichen Eltern sind etc., was ich schon als Drohung verstand aber das nicht als tragisch empfand, weil ich ungefähr dachte 'ja gut, dann ist das halt so, ändert ja nix an der Situation'... Also weiter auseinandergesetzt haben wir uns dann darüber nicht mehr, weder wie ich das empfinde noch anderweitig.... (meine Adoptivmutter hat 5 Jahre nach meiner Adoption noch ein eigenes Kind bekommen, meine Schwester neben der ich in einer Art Hassliebe auswuchs...)
Mit 18 informierte ich mich natürlich wer meine Eltern sind (obwohl meine Neugier darauf nicht unbedingt riesig war) und lernte sie dann etwa 2 Jahre später kennen, wohnen in der selben Stadt. Sie waren eben schon ein wenig älter, sehr herzlich was mir gefiel..... so unternahmen wir alle paar Monate mal eine Kleinigkeit, die 'verwandschaft' zu meinem leiblichen Vater merkte ich einfach daran, wie er gezeichnet hat... einpaar Elemente hätten unverändert von mir sein können.... Sie schenkten mir zum Auszug damals 10000 Mark, worüber ich mich natürlich gefreut habe. Auch zu Weihnachten/Geburtstag hin und wieder 200-500 MMark/Euro, was für mich natürlich echte Schätze waren, aber auch die Frage aufwarfen 'warum???' und ein wenig schlechtes Gewissen mit sich brachten... ich hab dann auch gesagt, dass sie mir bitte nicht mehr so viel Geld schenken sollen, ich wüsste das nicht wieder gut zu machen.
Dann kam ein Hirninfarkt meines leibl. Vaters dazwischen, eine harte Zeit für meine leibl. Mutter, da er nicht wieder er selbst wurde.... bis er schließlich starb.
Ich hatte in der Zeit weiter mein Leben verfolgt mich aber nicht intensiver gekümmert, dann und wann mal besucht, im Garten was gemacht usw.
Danach... ja, habe ich den Eindruck, meine leibl. Mutter spielt die Herzlichkeit nur noch vor. Ihre einzigen Verwandten sind noch eine Nichte mit Tochter, die ich auch mal kennengelernt habe aber als sehr laut und schnippisch empfand, wobei sie die engste Vertraute meiner leibl, Mutter ist, damals ein 'Kind' für sie).
Sie durfte nicht wissen wer ich bin, ebenso alle Nachbarn/Freunden denen ich mal über den Weg lief.
Da bin ich halt die Gärtnerin oder ein Mädchen was sie von früher kennen, was es zuhaus nicht so gut hatte.
Geld oder etwas anderes bekomme ich seit mein Vater nicht mehr da ist keines mehr....wenn ich anrief, war sie immer hocherfreut was ich ihr zum Schluss nicht mehr abnahm, wenn ich da war auch.... aber von allein meldete sie sich nicht. Auf meine Fragen warum (was ich halt immer mal wieder fragte) sagte sie immer sie habe so oft versucht anzurufen (dank moderner Technik wusste ich, dass das nicht stimmen kann) und nennt mich weiterhin 'mein Mäuschen'......?!?!?
Dadurch bin ich bei einer Frage die ich nicht genau kenne, die mich aber immer wieder beschäftigt. Hatte zwischenzeitlich mal den Kontakt auf Eis gelegt und einen erklärenden Brief geschrieben.... nach 1,5 Jahren hab ich mal wieder hingeschrieben.... auch darauf war das Echo verhalten. Irgendwas ist 'zwischen' uns. Ich kann einfach nicht einordnen warum genau, was, wie arg.... traue mich zb. nicht zu sagen 'du, auf dem telefon kann man wohl sehen, wer versucht hat anzurufen, und deine nummer war eindeutig NICHT dabei, warum lügst du mich an???'..... oder andere Dinge mal zu sagen. Sie ist mittlerweile auch recht krank was die Gelenke und Beweglichkeit angeht, aber meine Bereitschaft, da zu 'helfen' finde ich nicht mehr.... Nun haben wir bald mal wieder ein 'Treffen' bei dem ich sie besuche. Ich weiß jetzt schon, dass sie von Gott und der Welt erzählen wird, von allem um sie rum, ich von dem um mich rum, dass ich mit 38 immer noch kein Kind habe.... nichts großartiges in meinem Leben in den 2 jahren minimal Kontakt passiert ist...... blub. Möcht wissen, wass ich eigentlich wissen möchte.... wo ich Klarheit will. Vermutlich wären ihre Antworten nur Ausflüchte und Schönredereien...wie so oft schon (Habs ihnen nie nachgetragen, mich weggegeben zu haben, war zu der Zeit für die beiden eben die sinnvollste Entscheidung, ok) Eigentlich müsste ich es selbst wissen.... aber hm. Ich weiß es nicht. Will ich gar keinen Kontakt mehr?
Würdmich über ein paar Gedanken hierzu freuen!

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Vera
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Re: Adoption....

Ungelesener Beitragvon Vera » 16.03.14 16:17

Freunde kann man sich aussuchen, die Familie nicht.

Das ist es, was mir zunächst dazu einfällt, liebe DieGeschlüpfte. Für micht liest sich dein Posting wirklich, als ob du eigentlich gar keinen Kontakt zu deiner leiblichen Mutter mehr haben möchtest, sondern den rar gewordenen Kontakt lediglich aus einer gewissen Verpflichtung heraus aufrecht erhältst.

Es ist aber auch nicht nerviger, als wenn man ganz offensichtlich angelogen wird und das nicht aufdecken kann. Aber warum eigentlich nicht? Klare Worte könnten doch vielleicht zu einer Klärung in die ein oder andere Richtung führen.

Ähnliche Geschichten kenne ich aus meinem perönlichen Umfeld ebenfalls.

Liebe Grüße
Vera
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Re: Adoption....

Ungelesener Beitragvon DieGeschlüpfte » 17.03.14 17:54

Hm,danke liebe Vera, vielleicht springe ich mal über meinen Schatten und schaffe es beim nächsten Mal.... es direkt und unmissverständlich anzusprechen....
sollte wohl die sinnvollste Lösung sein.... *festvornehm*

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Vera
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Re: Adoption....

Ungelesener Beitragvon Vera » 18.03.14 14:57

Ich habe zumindest für mich persönlich festgestellt, dass ich besser lebe, wenn ich geradlinig bin und aus meinem Herzen keine Mördergrube mache. Schade, dass sonst niemand etwas dazu beisteuern mag.
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Re: Adoption....

Ungelesener Beitragvon Redrain » 18.03.14 15:55

Ich weiß ja nicht, was ich dazu beisteuern könnte, da ich selber nicht betroffen bin und - wenn ich recht überlege- auch in meiner Altersgruppe/Bekanntenkreis niemand kenne, die/der adoptiert worden ist.
Schenke anderen Menschen ein Lächeln...es irritiert sie.


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