Stell ich mich an? Hätte gerne eine objektive Perspektive.

Habt ihr etwas über Euch und euer Umfeld zu erzählen, Probleme oder Kummer? Schreibt es hier rein.
TRA
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Stell ich mich an? Hätte gerne eine objektive Perspektive.

Ungelesener Beitragvon TRA » 18.12.13 23:55

Es geht um meine Beziehung und wie schon im Titel erwähnt, bin ich mir nicht sicher, ob ich mich anstelle, oder es irgendwie berechtigt ist, dass ich mich gerade blöd fühle. Habt ihr sowas in der Wart schon mal erlebt - und was habt ihr getan? Oder was würdet ihr tun?



Es war so: Ich war mit dem Auto meines Freundes (das meistens ich brauche und auch den Sprit zahle) mal wieder bei der Arbeit in dieser Stadt, 20 km entfernt, danach bei meinen Eltern dort zum Abendessen.
Als ich ankam, ist der Motor plötzlich ausgegangen, als ich langsamer war, also bin ich noch mal um den Block gefahren, um sicher zu gehen. Beim Einparken ging der Motor wieder einfach aus.

Nach dem Abendessen haben mein Vater und ich uns den Motor mal angesehen, die Klappe vom Luftfilter war offen und ein Draht von der Batterie war locker. Alles behoben, mein Vater fuhr noch mal um den Block und alles schien in Ordnung. Trotzdem habe ich mich noch nicht so richtig getraut damit nach Hause zu fahren, vor allem im Dunkeln, also haben meine Eltern mich gebracht.

Mein Plan war, dass sich der Mechanikerfreund von seinen Eltern, der das Auto immer wartet, sich das mal ansieht, damit ich mir sicher sein kann, dass alles in Ordnung ist. Bei meinen Eltern hatte ich sie nicht erreicht, abends riefen sie noch mal zurück und er hat mit seinem Vater telefoniert – ich war mit im Zimmer. Er hat ihnen nochmal erzählt wie alles war, dass ich mich jetzt nicht mehr so richtig traue damit zu fahren und dass er morgen, weil er eh nichts zu tun hat, das Auto abholen wird.

Ich war baff und höchst erfreut. Ich mein, ich hab das nicht vorgeschlagen, das war er, ich hätte nie erwartet, dass er sowas überhaupt tun würde.
Würde er auch nicht.

Kaum aufgelegt, stellte er fest, da ich ja morgen eh in der Stadt bin wegen meiner Arbeit, würde ich damit zurückfahren sollen. Vor seinen Eltern will er also gut da stehen (wie es aussieht, weiß er auch, was eigentlich eine nette und super Geste von ihm wäre und was ein guter Freund tun würde), vor mir braucht er nicht gut da zu stehen. Zum Mechaniker soll das Auto auch nicht (“nicht so kurz vor den Feiertagen”) und ich soll auf gut Glück losfahren und hoffen, wobei ich Null Ahnung vom Innenleben eines Autos habe, dass ich nicht auf der Schnellstraße liegen bleibe. “Und wenn ich liegen bleibe?” “Rufst halt den ADAC an.”
“Stell dich nicht so an.”
“Du benimmst dich wieder wie ein Prinzesschen.”
“Ich hol das Auto doch nicht ab, wenn du eh in der Stadt bist.”
“Bis Samstag muss das Auto aber da sein, dann brauch ich das.”

Und der Grund, warum ich heute nicht damit zurückgefahren bin, weil ich eben unsicher bin, und sicher sein will, dass da nichts ist, ist komplett unwichtig für ihn. Überhaupt nicht von Belang.

Ich hatte mir vor Kurzem schon mal gedacht und ihm vorgeworfen, dass er mir einfach nie einen Gefallen tut und mich mit allem, was Mphe macht, komplett allein lässt. Es sei denn, der Gefallen ist mit minimalem Aufwand für ihn verbunden. Vor allem, wenn er aus dem Haus muss, um irgendwas für mich zu tun, kommt für ihn überhaupt nicht infrage.

Wirkt gerade für mich, als wäre das tatsächlich so. Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Beziehung und manifestiert sich mal wieder in so einem Beispiel und auf Dauer finde ich das extrem ätzend und verletztend. Er HAT morgen nun mal einfach gar nichts zu tun, außer den ganzen Tag zu zocken. Ich dagegen muss zur Uni und danach arbeiten. Die Bahnverbindung zur anderen Stadt ist super und er hat auch ein Semesterticket, womit er umsonst fahren kann.

Er findet alles total in Ordnung, siet sich selbst im Recht und nach einer Weile weiß ich nicht mehr, ob ich zu empfindlich bin, zu seltsam, oder mich zurecht mies behandelt fühle. Das ist das, was ich am beschissensten an der Sache finde. Er benimmt sich meiner Meinung nach schlecht,besteht auf seinem Standpunkt ohne wenn und aber und ich fühle mich im Endeffekt schuldig, ob ich ihm nicht doch unrecht tu.

Stell ich mich an?

Danke für's Lesen und eure Beiträge!

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Vera
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Re: Stell ich mich an? Hätte gerne eine objektive Perspektiv

Ungelesener Beitragvon Vera » 19.12.13 07:22

Guten Morgen,

ich kann dich verstehen. So etwas regt mich auch auf. Auf der einen Seite geht es um Sicherheit und auf der anderen um Faulheit. Ich wäre ebenfalls massiv verärgert und verstimmt.

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Re: Stell ich mich an? Hätte gerne eine objektive Perspektiv

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 20.12.13 00:35

Hm, doch ja, für mich klingt das doch schon gewaltig so, als wenn Du Dich komisch anstellen tun tätest.

Was forderst'n so nette Gesten und so ein? Wenn Dir das allgemein zu wenig ist, sowas, dann ist das natürlich toll, wenn Du das auch mal an einem beispiel festmachen kannst.

Aber irgendwie ist das doch 'ne komische Logik, so daß sich jemand anders auf die Socken machen soll, weil Dir das Auto zu mysteriös erschien, und Du das deshalb sonstwo gelassen hast. Davon, daß statt Dir andere, ebenfalls vielleicht nicht fachkundige Leute das da wegfahren, wird es ja auch nicht weniger "gefährlich".

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Re: Stell ich mich an? Hätte gerne eine objektive Perspektiv

Ungelesener Beitragvon JaymZ » 20.12.13 11:52

egozentrum hat geschrieben:Aber irgendwie ist das doch 'ne komische Logik, so daß sich jemand anders auf die Socken machen soll, weil Dir das Auto zu mysteriös erschien, und Du das deshalb sonstwo gelassen hast. Davon, daß statt Dir andere, ebenfalls vielleicht nicht fachkundige Leute das da wegfahren, wird es ja auch nicht weniger "gefährlich".


Deine Gedankengänge bringen mich regelmäßig zum Staunen. Du kannst nicht jede zwischenmenschliche Geste mit irgendwelchen logischen und komplett pragmatischen Abläufen erklären. Was du aber regelmäßig tust. Hast du eigentlich in deinem Leben schonmal erwähnenswerte tiefere soziale Kontakt gehabt? Soll kein Angriff sein, mir kommts halt nur so vor, als fehle dir da völlig das Verständnis.

TRA hat geschrieben:Stell ich mich an?


Finde ich nicht. Ich kenne eine Situation aus dem Bekanntenkreis, die mir ein wenig ähnlich vorkommt. Die Bekannte hat gearbeitet und der Mann hat nix geschafft, und sie sehr lange ausgenutzt. Sie hat das nicht gemerkt und alles irgendwie durch die rosa Brille gesehen. Er hat immer nur den minimalsten Aufwand betrieben und auch nur wenn er selbst einen Nutzen dadurch hatte. Sie hat alles bezahlt und gemacht und er hat immer nur genommen.

Irgendwann hatten sie Kinderpläne - und da hat er wohl gemerkt das es jetzt daran geht, dass er Verantwortung übernehmen soll. Das Ende vom Lied war, dass sie sich getrennt haben.

Ich finde du solltest da vorsichtig sein. Eine Beziehung ist immer ein Geben und Nehmen - und wenn nichts zurückkommt, tja... sollte man drüber nachdenken.

Für mich klingt die Story so ein wenig danach, als würde er dich mehr wie einen Kumpel behandeln. Was spricht dagegen sich als Frau auch mal als Prinzessin aufzuführen und vorallendingen auch so behandelt zu werden. Meine Freundin will das auch nicht und sie sagt das auch oft - aber andererseits wenn ich es mache, freut sie sich doch irgendwie drüber.

Das ist so ein typisches Egoistenverhalten - er ist sich seiner selbst zu sicher.
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Re: Stell ich mich an? Hätte gerne eine objektive Perspektiv

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 20.12.13 15:31

JaymZ hat geschrieben:Für mich klingt die Story so ein wenig danach, als würde er dich mehr wie einen Kumpel behandeln.

Ja, stimmt.
Aber so niedlich die Fallbeschreibung auch klingt: Das sollte Frau sich schon auch so wünschen.

JaymZ hat geschrieben:Das ist so ein typisches Egoistenverhalten

Ja, finde ich auch. Die beschriebene Situation passt in das Muster. Das heisst aber genau gar nichts, da siehe voriger Absatz.

Aber woran machst du denn bitte das
JaymZ hat geschrieben:er ist sich seiner selbst zu sicher.

fest? Sympatiepunkte für die Fragestellerin.

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Re: Stell ich mich an? Hätte gerne eine objektive Perspektiv

Ungelesener Beitragvon Spocky » 21.12.13 18:25

Ich finde nicht, dass TRA sich anstellt. Wenn dir das Auto komisch vorkommt, hast du doch jedes Recht, damit nicht zu fahren. Und wenn ers zu seinen Eltern sagt, dann kann er das auch machen. Bekanntes bayrisches Sprichwort: "Wer gackert, muss auch ein Ei legen."
"Versuchungen sollte man immer nachgeben. Man weiß nie, wann sie wiederkommen." Oscar Wilde


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