psychisch kranker Sohn

Habt ihr etwas über Euch und euer Umfeld zu erzählen, Probleme oder Kummer? Schreibt es hier rein.
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egozentrum
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Re: psychisch kranker Sohn

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 08.12.13 06:17

Die Wrikung von Handlungen ergibt sich aber nicht allein daraus, was der handelnde bewirken will. Insbesondere bleibt "Gewalt" ganz unabhängig von den Absichten in erster Linie mal "Gewalt". Ich finds so gar nicht angemessen, da was dran schönreden zu wollen.

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Vera
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Re: psychisch kranker Sohn

Ungelesener Beitragvon Vera » 08.12.13 07:57

Worin siehst du denn Gewalt? Und was schlägst du vor? Abwarten und Tee trinken kann ja auch nicht die Lösung sein.
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Re: psychisch kranker Sohn

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 08.12.13 09:20

Vera hat geschrieben:Worin siehst du denn Gewalt?


Natürlich darin, Mitmenschen auszustossen, weil man (und schlimmer noch: wer anders) sich einbildet, das sei besser für die. Das bedeutet ja für den Ausgestossenen, eben einen Mitmenschen weniger zu haben, auf den er zählen kann.

Vera hat geschrieben:Und was schlägst du vor?


Na das habe ich doch schon ganz deutlich geschrieben. Existenzgrundlagen erstmal belassen, wo sie sind, soweit das nicht allzu stressig ist (wobei der von der Macht, "Gewalt" auszuüben ausgehende Stress idealerweise natürlich nicht mitgezählt werden sollte).

Vera hat geschrieben:Abwarten und Tee trinken kann ja auch nicht die Lösung sein.


Aha. Warum sollte das denn wohl so sein? Natürlich kann das sein, daß im konkreten Einzelfall Zeit nicht zu einer verbesserten Situation führt. Das ist aber bei anderen Alternativen auch nicht anders.

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Re: psychisch kranker Sohn

Ungelesener Beitragvon Vera » 08.12.13 09:57

Wir sind unterschiedlicher Ansicht, egozentrum.

Zunächst einmal sehe ich das nicht als Akt von Gewalt. Jeder Mensch muss im Laufe seines Lebens lernen, auf eigenen Füßen zu stehen. Ihn um diese Möglichkeit zu bringen, ist unfair. Kinder, die beispielsweise nicht in den Kindergarten wollen, und doch dort hin gebracht werden, sind ein gutes Beispiel. Auch das bedeutet einen völlig natürlichen Abnabelungsprozess, der für beide Beteiligte wichtig ist. Bezeichnest du das auch als Gewalt?

Hinzu kommt, dass sich Angehörige von psychisch Kranken auch selbst schützen und abgrenzen müssen, um nicht selbst zusammenzubrechen. Was hilft es am Ende dem jungen Mann, wenn die Mutter sich bis zum eigenen Zusammenbruch immer schützend vor ihn stellt? Am Ende sind dann beide zwangsläufig getrennt und zwar dauerhaft. Und genau daher ist es wichtig, dass die Threaderöffnerin auch an sich denkt und Abwarten daher keine praktikable Lösung darstellt.
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Re: psychisch kranker Sohn

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 08.12.13 11:07

Vera hat geschrieben:Jeder Mensch muss im Laufe seines Lebens lernen, auf eigenen Füßen zu stehen. Ihn um diese Möglichkeit zu bringen, ist unfair.


Naja, wenn Du meinst. Und das muss dann auf jeden Fall im Alter von 19 Jahren erfolgen, ganz gleich, ob da vielleicht bspw. akut 'ne krankhaft depressive Phase oder sowas voirliegt.

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Re: psychisch kranker Sohn

Ungelesener Beitragvon Vera » 08.12.13 11:26

Nein, das muss nicht zwangsweise in diesem Alter erfolgen. Aber irgendwann schon und von eoner depressiven Phase kann man scheinbar hier nicht sprechen, denn wenn ich es richtig verstanden habe, bestanden die Probleme von Anfang an.

Irgendwann muss man ja was unternehmen. Wann soll man aktiv werden? Nicht leicht zu beantworten, aber ich bin der Ansicht, dass das sein sollte, bevor andere daran zerbrechen.
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Re: psychisch kranker Sohn

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 08.12.13 12:10

Ja, sieh, dann sind wir uns ja wenigstens in einem Punkt mal einig.

Vielleicht kannst du noch etwas deutlicher beschreiben, was Du eigentlich mit "auf den eigenen Füssen zu stehen lernen" meinst. Das klingt ja so erstmal sehr positiv, kann aber auch bedeuten, "den kapitalistischen Zwängen in ihrer vollen Bandbreite ausgeliefert zu sein". Und bei letzterem kann man natürlich schon fragen, ob es nicht zumindest wünschenswert wäre, den Menschen das ganz allgemein ersparen zu können.

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Re: psychisch kranker Sohn

Ungelesener Beitragvon Vera » 08.12.13 14:33

Wir sind ja nicht hier, um zu streiten. Aber schön, dass wir uns mal einig sind.

Unter "auf eigenen Füßen stehen" meine ich, dass man für sich selbst einsteht, seine Entscheidungen selbständig trifft und die daraus entstehenden Konsequenzen trägt.

Letztendlich muss ja jeder selbst wissen, wie er leben möchte. Für den einen bedeutet ein lebenswertes Leben, dass er in materiellem Reichtum schwimmt, der andere setzt auf autarkes oder zumindest alternatives Leben. So what? Jeder, wie es ihm gefällt. Blöd nur, wenn man anderen seinen Lebensstil aufdrängt.

Ich habe kürzlich mit jedendem gesprochen, der nach langer Ehe und wirtschaftlichem Hoch nun alles von sich streift und sogar überlegt, seine Krankenversicherung aufzugeben, weil er meint, das sei alles lediglich Ballast. Auch das ist seine Entscheidung, wenngleich ich ihm zu überlegen gegeben habe, dass ihn das sehr teuer zu stehen kommen könnte und er im Zweifelsfall ohne Anspruch auf medizinische Behandlung darsteht oder aber der Allgemeinheit zu Lasten fällt.
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Re: psychisch kranker Sohn

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 08.12.13 17:11

Hey, das klingt ja fast, als seist Du gestern erst 19 gewesen.

Ich glaube ja an solche Freiheiten gar nicht so recht, habe eher fast den Eidnruck, daß igendwie alles quasi vorherbestimmt ist (nach dem Ursache->Wirkungsprinzip), und eine Entscheidung zu fällen nur heisst, mal wieder herausgefunden zu haben, was man als nächstes will. Es sucht sich doch bspw. keiner so richtig freiwillig im voraus aus, sein Leben quasi der Pflege eines Autos zu widmen, oder sonstige Ticks zu entwickeln, sowas geschieht einfach irgendwie, obwohl der Einzelne bei jeder Handlung vielleicht den Eindruck hat, sich das freiwillig und in Abwägung jeweiliger anderer Alternativen auszusuchen.

Also damit will ich natürlich jetzt nicht sowas sagen, wie "hat eh' alles keinen Zweck" und so. So gar nicht. Aber so richtig wähl- und lernbar ist das auch alles irgendwie nicht.

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Re: psychisch kranker Sohn

Ungelesener Beitragvon Vera » 08.12.13 21:02

Ja natürlich liegt viel daran, woher man kommt, welchen Umgang man hat und was einem irgendwie mit auf den Weg gegeben wird. Aber damit entfernen wir uns nun ziemlich von dem, um was es Gina ging, als sie den Beitrag hier eröffnet hat.
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Re: psychisch kranker Sohn

Ungelesener Beitragvon gina » 08.12.13 22:52

Hallo,

danke, daß ihr jetzt schon so viel geschrieben habt und euch so viele Gedanken macht.
Das alles muß ich mir erst mal in Ruhe durch den Kopf gehen lassen.

Richtig ist, daß diverse "Probleme" schon seit dem Kleinkindalter bestehen.

Wenigstens hat mein Sohn sein Einverständnis gegeben, daß die Ärzte auch mit uns reden dürfen und
so bekommen wir Informationen.
Unbehandelt wurde es in den letzten Monaten auch immer schlimmer und ich wußte gar nicht mehr, was richtig oder falsch ist.

Viele Grüße
gina


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