Mutter-Tochter-Problem?!?!

Habt ihr etwas über Euch und euer Umfeld zu erzählen, Probleme oder Kummer? Schreibt es hier rein.
Frosch
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Mutter-Tochter-Problem?!?!

Ungelesener Beitragvon Frosch » 05.04.13 23:50

Hallo ihr,
tja, wie fange ich denn jetzt mal an. Ich weiß das es für einige absurd klingen wird, was ich zu erzählen habe, das ängstigt mich auch etwas, aber ich muss es mal niederschreiben um vielleicht von euch gute Denkansätze zu bekommen.
Ich bin mitte zwanzig und habe schon immer ein sehr sehr gutes verhältnis zu meiner mutter gehabt. da mein vater auszog als ich vier war und auch keine große lust hatte sich um mich zu kümmern, habe ich eine sehr starke beziehung zu meiner mutter aufgebaut, da sie immer für mich da war. in sehr schwierigen momenten die ich schon in meinem leben hatte und auch in sehr schönen momenten. sie hatte lange zeit keinen neuen partner, weil sie im prinzip nur für mich und die arbeit gelebt hat. Irgendwann vor ca 9 jahren lernte sie dann jemanden kennen und war sehr sehr glücklich. ihr neuer partner zog bei uns sein was oft zu streit geführt hat weil es für mich schwierig war mit einem mann zu leben und für ihn mit einem "kind". aber ich habe es akzeptiert, da ich gesehen habe das sie glücklich ist. der rest der familie stellte sich gegen sie weil sie nun nicht mehr die jenige war die sich für alle den arsch aufreißt und ihnen der freund anscheinend nicht gepasst hat obwohl er zu ihnen wirklich sehr nett war. na ja. anderes thema. weiter gehts..
in dieser zeit hatten wir die möglichkeit uns etwas voneinander abzunabeln. das war gut
ihr freund war aber herzkrank und starb vor zwei jahren. ich wusste das ihr das das herz brechen wird und hatte sehr viel angst davor. und ihre welt ist zerbrochen. ich habe sie bei jedem schritt begleitet zu dieser zeit, denn ausgerechnet zwei wochen später ist auch noch meine oma, ihre mutter, gestorben. es war alles zu viel. ich habe sie rund um die uhr sozusagen betüdelt. war immer da wenn etwas war. habe sie überall hingefahrne, habe gekocht, geputzt, dinge mit der arbeit geklärt. habe mein leben für einige zeit aufgeben. ich musste da sein. ich konnte sie nicht allein lassen. mein freund hat mir dies oft zum vorwurf gemacht, das ich ja nur noch für meine mutter da bin und keine zeit für ihn habe. er hat es irgendwie nicht verstanden warum das so wichtig für mich war. im prinzip ist sie meine ganze familie. ja da gibt es noch etwas familie, aber das ist nicht der rede wert. außer mein bruder. aber sie ist meine richtige familie. und ich hatte angst sie auch noch zu verlieren, ich hatte einfach wahnsinnige angst das sie sich das leben nimmt oder so. konnte er nicht verstehen.
nun gut, dadurch ist unsere beziehung wieder enger geworden. jetzt nach zwei jahren bin ich natürlich nicht mehr rund um die uhr da, aber ich wohne eben noch zuhause. und ich glaube manchmal weiß sie das sie mich auf der emotionalen schiene dazu bewegen kann da zu sein.
mein freund wohnt jetzt bald alleine, und ich hab einfach wahnnsige angst davor wie es sein wird wenn ich nicht mehr so oft zuhause bin, ich habe angst das ich ein schlechtes gewissen haben werde weil ich nicht für sie da sein kann. ich hab angst das sie zuhause verkümmert. sie geht arbeiten, ja. aber soziale kontakte aufzubauen oder zu halten fällt ihr schwer, da sie eben auch manchmal depressiv ist. sie ist viel alleine. und körperlich ist ihr zustand eben auch nicht der beste, da sie ne missglückte knie op hatte und ihr rücken auch viele probleme macht. ich weiß auch nicht, ich hab das gefühl ich lass sie im stich wenn ich gehe. aber ich muss doch irgendwann endlich anfangen mein leben zu leben. oder? gibt es irgendwelche menschen die das verstehen? oder die sowas selbst erlebt haben? mich zerreißt es etwas. bisher konnte ich es gut vor mir her schieben, aber jetzt hat mein freund die wohnung und ich bin dieses jahr mit dem studium wahrscheinlich fertig was heißt das ich langsam auch mal ausziehen sollte, könnte, was auch immer.
zu viele gedanken, zu viele sorgen irgendwie. :(
danke fürs lesen

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egozentrum
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Re: Mutter-Tochter-Problem?!?!

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 06.04.13 01:51

Klingt doch ganz gut, so deine Pläne.

Ich schätze mal, viel mehr, als zu versuchen, ihr deine Bedenken bzgl. Vereinsamung klarzumachen, kannst Du auch nicht (bzw. nicht sinnvoll) machen. Vielleicht hat sie ja selbst irgendwie 'ne Vorstellung davon, wie das ablaufen soll. Der Gedanke, daß eine erwachsene Tochter von zuhause wegziehen wollen könnte, ist ja nun allles andere als abwegig.

Wenn das mit der drohenden Vereinsamung wirklich ein Thema ist (vielleicht kommt Dir das ja auch nur so vor), könntest Du versuchen, gemeinsame Zeit mit ihr bevorzugt auch mit weiteren Leuten zu verbringen. Hm, aber das kann natürlich auch fehlschlagen, man kümmert sich ja nicht um andere Leute, damit die Tochter kein schlechtes Gewissen haben braucht. Aber vielleicht könnt ihr beiden das ja absprechen.

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Re: AW: Mutter-Tochter-Problem?!?!

Ungelesener Beitragvon Vera » 06.04.13 06:56

Jetzt wäre auch noch interessant zu wissen, wie alt deine Mutter und du seid, Frosch.

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Spocky
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Re: Mutter-Tochter-Problem?!?!

Ungelesener Beitragvon Spocky » 06.04.13 10:37

Eine Idee wäre tatsächlich sie mit anderen Leuten in Kontakt zu bringen. Bei mir in der Gegend gibt es Gruppen, die treffen sich 1-2 wöchentlich zum ungezwungenen Plaudern. Gibt das in unterschiedlichem Alter, Interessen und Geschlechtskonstellantionen. Frag mal rum. Und lass dich ncith von dem Begriff "Seniorencafe" abschrecken, sondern frag nach, wer da hinkommt. Sind oft Frauen um die 50 mit drin, die einfach nach Scheidung, Kinder aus dem Haus oder anderen Gründen alleine sind und das nicht wollen.
Vielleicht ist auch ein Ehrenamt eine Idee. Mit Ehrenämtern kommt wahnsinnig viel unter die Leute.

Was mir auch beim Lesen gekommen ist: Vielleicht denkst du zu sehr für deine Mutter. Ich kenn das auch, ich bin die Älteste von mehreren Geschwistern. Meine Mutter hatte depressive Verstimmungen und ich hab mich auch lange nicht auszuziehen getraut. Irgendwann hab ichs dann doch getan, weils einfach nicht mehr anders ging. Das war ein großer Glücksfall im Nachhinein. Es ist irgendwie doof, wenn sich die Rollen so vertauschen, dass du auf einmal Mutter und sie Tochter spielt.
Ist zwar schwer zuzugeben, aber wir haben uns einfach gegenseitig die Luft abgedrückt. Es war gut, dass ich weggegangen bin. Meine Mutter ist irgendwann zu einem Therapheuten gegangen und hat was gegen die Depression bekommen.
Ich versteh, dass du dich in der Verantwortung fühlst, Frosch. Aber vielleicht wäre es ganz gut, zu gehen. Vielleicht auch erst mal auf Probe: Sag deinem Freund, du kommst für 2 Monate zu ihm und wenns gut klappt verlängerst du.
Sag deiner Mutter, sie kann dich immer auf dem Handy anrufen, du bist für sie da, aber sie muss auch was für sich tun und dafür sorgen, dass du flügge werden kannst.
"Versuchungen sollte man immer nachgeben. Man weiß nie, wann sie wiederkommen." Oscar Wilde

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Re: Mutter-Tochter-Problem?!?!

Ungelesener Beitragvon Frosch » 12.04.13 12:07

Oh, ich bin überrascht. hatte gar nicht mit antworten gerechnet. Danke für ihre Beiträge. Meine Mutter wird 60, ich werde 25. Also es wird Zeit auch mal ein Leben allein zu beginnen.

Ja Spocky, das ist eine gute Idee mit diesen Gruppen. Vielleicht kann ich ihr sowas ja einfach mal vorschlagen. Und das mit der Probe für 2 Monat klingt auch gut. Ich denke, ich muss es einfach probieren. Vielleicht tut es uns mehr gut, als ich derzeit denke :)

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Vera
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Re: Mutter-Tochter-Problem?!?!

Ungelesener Beitragvon Vera » 12.04.13 14:39

Als mein Vater gestorben ist, habe ich mich auch mehr um die Gefühle meiner Mutter gekümmert, als meine eigene Trauer zuzulassen. Das war nicht gut. Für mich nicht, für sie nicht und für unsere Beziehung schon gleich gar nicht.

Spocky hat dir ja prima Tipps gegeben, die du auch aufgegriffen hast. Das finde ich richtig und gut und ist sicherlich zielführend. Man muss ja schließlich sein eigenes Leben führen und nicht das seiner Mutter. Gemeinsamkeiten sind gut, naturgegebene Schnittmengen auch. Aber das darf nicht zur Selbstaufgabe führen.

Ich habe allerdings den Eindruck, dass du das auch schon erkannt hast. Daher: Du machst das schon!

Vera
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