arbeitsunfähig und kündigen müssen. Brauche dringend Hilfe

Habt ihr etwas über Euch und euer Umfeld zu erzählen, Probleme oder Kummer? Schreibt es hier rein.
Kimascha
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arbeitsunfähig und kündigen müssen. Brauche dringend Hilfe

Ungelesener Beitragvon Kimascha » 18.09.12 10:53

Hallo alle zusammen,

ich muss sehr weit ausholen: ich bin 25 Jahre als und Bestattungsfachkraft. Seit über einem Jahr bin ich wegen dem Beruf und wegen Mobbing vom Chef in therapeutischer Behandlung. Ich habe jetzt eine 5-wöchige Reha in der Psychosomatik hinter mir und wurde arbeitsunfähig entlassen. Ich werde definitiv nicht gekündigt aufgrund meines vielen und langen fehlens auf der Arbeit. Mein Chef hat bei sowas sehr viel Gedult. Damit ich selbst kündigen kann und dann über evtl. Teilhaber am Arbeitsleben eine Umschulung erhalte vom Arbeitsamt, muss ich selbst kündigen. Um die 3-Monate- Frist zu entgehen habe ich den Fragebogen zur Beendung des Arbeitsverhältnisses auf ärztlichen Rat bekommen.

Ich bin derzeit mit der ganzen Thematik vollkommen überfordert. Das Arbeitsamt sagt, ich brauch mich gar nicht bei den arbeitslos melden, weil ich mit "arbeitsunfähigkeit" dem Arbeitsmarkt gar nicht zur verfügung stehe und über die Krankenkasse laufe. Meine wichtige Frage ist: Wann mach ich denn jetzt nun was? Wie ist der kleverste Ablauf? Ich soll nicht kündigen während ich arbeitsunfähig bin, weil das Arbeitsamt mit mir nichts anfangen kann, aber wenn ich erst den Fragebogen ausfülle mit meiner Ärztin und kündige wenn ich arbeitsfähig bin, dann muss ich ja in der Zeit wieder in die Firma bis die Kündigung durch ist. Wie soll denn das jetzt funktionieren. Ich gehe kein einzigen Schritt mehr in die Firma. Nie wieder und zumal es dann wieder gesundheitsschädigend für mich wäre. Davon mal abgesehen ist es mein Ziel mit meinem Chef einen Aufhebungsvertrag zu vereinbaren. Schließlich zeigt er mir mit Mobbing sehr stark, dass er mich nicht haben will und ich will dort auch nie mehr hin. So ein Aufhebungsvertrag dauert ja auch nen Weilchen um den anzusetzen.

Das Thema, dass ich nicht weiss, was ich wann machen muss, in welcher Reihenfolge und dass ich den roten Faden verloren habe, bringt mich zur Verzweifelung und verstärkt meine Depression (Burnout) sehr stark.

Ich hoffe mir kann jemand weiter helfen, der sich damit wirklich gut auskennt und weiss wie der Ablauf geht. Arzt und Arbeitsamt waren dabei keine Hilfe.

Ich danke im Vorraus für jeden Tipp.

LG Kima

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egozentrum
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Re: arbeitsunfähig und kündigen müssen. Brauche dringend Hil

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 18.09.12 12:23

Also ich kann Dir da leider so gar nicht weiterhelfen, weil ich von den Details der entsprechenden Regelungen so überhaupt keine Ahnung habe.

Daher gehe ich mal davon aus, daß die Regelungen schon so gestaltet sein werden, daß es im groben und ganzen egal sein wird, wie Du das angehst, Hauptsache, Du gehst es an.

Konkret denke ich, da Dir klar ist, daß Du nie mehr in dem Betrieb erscheinen wirst. daß Du diese Entscheidung schnellstmöglich allen betroffenen in Form einer Kündigung mitteilen solltest.

Aber wie gesagt, das ist nur einfach eine rein vernunftbasierte Meinung ohne Detailkenntnis. Vielleicht kennt sich hier ja noch wer besser aus.

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Christie
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Re: arbeitsunfähig und kündigen müssen. Brauche dringend Hil

Ungelesener Beitragvon Christie » 19.09.12 11:55

Wär's nicht am Allerbesten, dir ne professionelle Beratung zu suchen?
Und damit mein ich nicht das Arbeitsamt oder Ähnliches, da ich nicht davon ausgehe, dass die bei der Masse an sowieso schon vorhandener Arbeit noch private Beratungsstunden anbieten.
Ich meine 1, 2 Sitzungen bei einem auf deine Art von Fall spezialisierten Rechtsanwalt.
Immerhin geht's dabei um deine berufliche, finanzielle und zum großen Teil auch gesundheitliche Zukunft.
Und wie viel kostet dieses Gratiswochenende?

Kimascha
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Re: arbeitsunfähig und kündigen müssen. Brauche dringend Hil

Ungelesener Beitragvon Kimascha » 20.09.12 13:32

danke für die antworten.

ich überleg grad ob ich mich mit dem sovd zusammen setze. der vkd ist nicht für mich zuständig. einen rechtsanwalt kann ich mir nicht leisten, obwohl die ja die meiste ahnung hätten. ich kämpfe grad mit der rentenstelle und den arbeitsamt um infos. aber niemand fühlt sich angesprochen. ich wüsste sonst keine stelle mehr die mir da hilfreich sein kann. bei allen menschen den es so geht wie mir klappt das. was mach ich nur falsch ?! vielleicht bin ich mit 25 noch zu jung um mit so einer lebensproblematik klar zu kommen und zu wissen wie der hase läuft. woher soll ich das auch alles wissen. in der schule wurde einem das nicht beigebracht

ich kann derzeit nicht mal zum arzt ohne begleitung gehen, kein buch lesen und kein kreuzworträtsel lösen, da macht mich grad das thema ziemlich fertig.

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egozentrum
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Re: arbeitsunfähig und kündigen müssen. Brauche dringend Hil

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 20.09.12 14:04

Musst Du ausserordentlich kündigen, oder genügt eine ordentliche, fristgerechte Kündigung?

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Re: arbeitsunfähig und kündigen müssen. Brauche dringend Hil

Ungelesener Beitragvon egozentrum » 22.09.12 11:42

Also mir fällt gerade noch was vielleicht wichtiges ein.

Deine Fragen zeigen eine starke Verunsicherung. Die kommt wahrscheinlich auch daher, daß die Bedingungen, unter denen Sozialleistungen vom Staat bezogen werden können, für junge Menschen schärfer gestaltet werden, soweit ich weiss sowohl direkt durchs Gesetz, als auch besonders durch Sachbearbeiter, teils sicherlich in "nur halboffizieller Weise". Weisst schon, das unbedingte Bürgergehalt ist ja politisch (noch) nicht durch, aber die Jugend verhält sich eben so, als ob.

Von daher vermute ich einfach mal, daß Du selbst (oder Leute aus deinem Bekanntenkreis) in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit offiziell auf Formalitäten geschobenen Benachteiligungen gemacht hast.

Wenn Du z.B. schonmal den Spruch "Ja, selbst schuld, was kündigen se denn auch einfach so?" gehört hast, solltest Du dabei schon im Hinterkopf haben, daß es (nach überwiegend vorherrschender Ansicht) im regulären Arbeitsleben schon üblich sein soll, sich erst um Alternativen zu kümmern, anstatt eine vorhandene Arbeitsstelle leichtfertig aufzugeben.

So wie ich das sehe ist aber doch in deinem konkreten Fall alles sehr klar. Du willst vermutlich schon seit längerem eine Umschulung oder so anstreben, hattest wahrscheinlich die nötigen Mittel nicht, da eigenständig was klarzumachen, und es ist offensichtlich zu erkennen, daß es da in dem Betrieb für Dich nicht weitergehen kann.

Andersrum kann man aber auch fragen: Wozu denn überhaupt eine Umschulung, wenn Du nicht auf dem Schirm hast, daß so ein mutmasslich kleiner Betrieb, wie der, in dem Du bisher gearbeitet hast, daran auch wohl scheitern(!) kann, wenn die Mitarbeiter destruktiv mit Krankschreibungen taktieren, anstatt klare Ansagen zu machen?

Was spricht dagegen, es genau so zu machen, wie der Berater vom Arbeitsamt Dir das dem Anschein nach geraten hat: Kündigen schnellstmöglich, mit Wirkung ab dem Tag, bis zu dem deine Krankschreibungen reichen, und Ausfüllen des Sperrfristformulars direkt danach.

Was für alternative Vorgehensweisen kannst Du Dir denn ausmalen?

Doch in dem Betrieb zu bleiben? Ok, sorry, dann hat mich deine Falldarstellung verwirrt.

Ein Auflösungsvertrag? Mit welcher über ein Arbeitsvertragsende hinausgehenden Zielsetzung denn? Soll da der Arbeitgeber schriftlich festhalten: "Jawoll, wir haben Kimascha jemobt"? Und willst Du Abfindung, weil Du ja schon genau der/die richtige für den Job warst, und daher weiter in dem Bereich tätig werden willst?

Karat
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Re: arbeitsunfähig und kündigen müssen. Brauche dringend Hil

Ungelesener Beitragvon Karat » 23.09.12 17:15

Es gibt auch Prozesskostenhilfe für Jedermann der sich Anwalt und Gerichtskosten nicht leisten kann. Schau hier doch mal rein :

http://www.anwalt.de/rechtstipps/prozesskostenhilfe-wenn-das-geld-fuer-gericht-und-anwalt-fehlt_006058.html

Alles was wir hier sagen können, sind mehr oder weniger Vermutungen, die dich zu einem falschen Schritt bringen könnten.

Im Grunde geht es ja nicht um einen Prozess der in die Tausende geht, da du ja nicht wieder in diese Firma willst. Es geht lediglich um eine Beratung was du tun mußt, um nicht plötzlich eine Sperre oder sonstige Nachteile zu erfahren.

Prozesskostenhilfe oder Armenrecht, wie auch immer das genau heißt, kann man beim zuständigen Amtsgericht beantragen, so viel ich weiß.

Solltest du keine solche Hilfe bekommen können, kannst du immer noch bei einem Anwalt für Arbeitsrecht erst mal nachfragen, was eine Beratung kosten würde, die du möglicherweise aufbringen könntest, oder in Raten abbezahlst.
Fühle die Würde eines Kindes, fühl dich nicht ihm überlegen, denn du bist es nicht.

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Vera
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Re: arbeitsunfähig und kündigen müssen. Brauche dringend Hil

Ungelesener Beitragvon Vera » 24.09.12 09:04

Karat hat absolut Recht, Kimascha. Du bewegst dich auf dünnem Eis und kannst sehr schnell gravierende Fehler machen, die dich teuer zu stehen kommen werden. Insofern solltest du dich nicht auf Vermutungen und Ratschläge aus Foren verlassen, sondern dich qualifiziert und fachkundig beraten lassen.

Selbst wenn die angesprochene finanzielle Unterstützung dabei nicht für dich in Frage kommen sollte, ist es günstiger, als eine Sperre seitens des Arbeitsamtes hinzunehmen. Soweit ich weiß, passiert nämlich genau das, wenn man einen Aufhebungsvertrag unterschreibt.
Jeder Mensch ist anders - nur ich nicht!


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